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Frankfurter Rundschau
vom 25. Juni 1999

„Schwarzrotbunt“
Interkulturelle Sendung geht in neuem Magazin auf

Vier Tote seit 1993

Der ZDF-Fernsehrat wird in seiner heutigen Sitzung voraussichtlich beschließen, die interkulturelle ZDF-Sendung Schwarzrotbunt in ihrer jetzigen Form einzustellen und in einem gemeinsamen Magazin mit der Presseschau und Top 7 – Bilder der Woche aufgehen zu lassen. Grund sind die aus Sicht des Senders unzureichenden Quoten: das Magazin habe zwischen 200 000 und 350 000 Zuschauer, sagt ZDF-Sprecher Walter Kehr, das sei erheblich weniger, als die „sehr gut gemachte Sendung verdient“ habe. Kehr widerspricht der Darstellung, die Sendung solle einfach „abgesetzt“ werden. Im Gegenteil verspreche man sich von dem neuen Magazin, das von Herbst an Samstags von 13.00 bis 14.00 Uhr laufen soll, „unter dem Strich mehr Chancen für die Themen von Schwarzrotbunt.

Dagegen befürchtet die Flüchtlingsinitiative Pro Asyl eine „Beerdigung zweiter Klasse“ für das Magazin, das zu einem „Markenzeichen des interkulturellen Dialogs“ geworden sei. Auch der Interkulturelle Rat, ein Initiative von Personen aus Gewerkschaften, Kirchen, Migranten- und Menschenrechtsorganisationen, protestierte: Es sei ein „falsches Signal“, die Sendung in Zeiten einzustellen, in denen Vorbehalte gegen Ausländer wüchsen, hieß es in einer Presseerklärung. Die Schwarzrotbunt-Redaktion nimmt die beruhigende Worten der Programmleitung offenbar skeptisch entgegen. Es gebe Befürchtungen, daß von der Sendung langfristig wenig übrig bleibe und von den derzeitigen Mitarbeitern lediglich ein kleiner Teil für das neue Format übernommen werde. Der ZDF-Flurfunk verbreitet: „Die Stimmung ist schlecht“. sig


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