PRO ASYL Presseerklärung | Press Release
24. Juni 1999
PRO ASYL appelliert an Fernsehrat des ZDF:
„Schwarz-Rot-Bunt“ erhalten!
Dementi des ZDF „Beerdigung zweiter Klasse“
- PRO ASYL appelliert an Fernsehrat des ZDF: „Schwarz-Rot-Bunt“ erhalten!
Dementi des ZDF „Beerdigung zweiter Klasse“ - PRO ASYL appeals to the Supervisory Board of ZDF (Second German TV): Do preserve the intercultural series „Schwarz-Rot-Bunt“!
ZDF Dementi „a second class burial“
RESSOURCEN
Schwarzrotbunt“ Interkulturelle Sendung geht in neuem Magazin auf – Frankfurter Rundschau vom 25. Juni 1999
Als „Beerdigung zweiter Klasse“ hat Heiko Kauffmann, Sprecher der Bundesweiten Arbeitsgemeinschaft für Flüchtlinge PRO ASYL, das Dementi des ZDF bezeichnet, die samstägliche interkulturelle Sendung „Schwarz-Rot-Bunt“ absetzen zu wollen. Nach Angaben des ZDF ist lediglich die Integrierung der Sendung in ein Wochenendmagazin geplant. „Wenn man einer Sendung den Garaus machen will, dann so: durch Einebnung ihrer Themen und das Abschleifen der Identität in einem ‚No name‘-Wochenendmagazin“, erklärte Kauffmann.
PRO ASYL appelliert an den am Freitag tagenden Fernsehrat des ZDF, die Entscheidung rückgängig zu machen und die Sendung „Schwarz-Rot-Bunt“ in ihrer jetzigen Form beizubehalten.
Die Sendung sei durch ihre Themenauswahl, ihre Präsentation unter Berücksichtigung der Stimmen von Migrantinnen, Migranten und Flüchtlingen, durch Austausch und Information zu einem Markenzeichen des interkulturellen Dialogs in der deutschen Fernsehlandschaft geworden, so Kauffmann weiter. In einer Gesellschaft, in der die Abwehr von Fremden, Ausgrenzung und Rassismus noch weit verbreitet seien, komme den Medien – zumal den öffentlich-rechtlichen – eine besondere Verantwortung zu, Menschenrechte und Grundsätze der Toleranz und der Zusammenlebens auch programmatisch zu vermitteln.
„Schwarz-Rot-Bunt“ sei auf dem besten Weg gewesen, sich zu einem medialen Ort interkultureller Begegnung zu entwickeln, an dem gerade auch junge Menschen ein Gefühl für die Achtung aller anderen Menschen – unabhängig von Herkunft und Religion – bekommen könnten.
„Es wäre absurd und ein Paradebeispiel mangelnder ‚Sehschärfe‘ von Fernsehveranwortlichen, würde diese Sendung mit klaren Konturen und identifizierbaren Inhalten nun gestutzt und geschliffen, um vorgeblichen Quotenzwängen Genüge zu tun“, schloß Heiko Kauffmann.