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PRO ASYL Presseerklärung | Press Release

25. März 1999

Kosovo: Vertreibungsaktionen im Schatten
des NATO-Bombardements

PRO ASYL fordert gemeinsame Aufnahmeaktion der EU

Im Schatten der NATO-Luftangriffe geht die Vertreibung von Menschen in vielen Regionen des Kosovo durch serbische Truppen und irreguläre Verbände weiter. Nach Agenturmeldungen steht die Stadt Podujevo im Norden des Kosovos in Flammen.

Vor diesem Hintergrund fordert die Bundesweite Arbeitsgemeinschaft für Flüchtlinge PRO ASYL Bundeskanzler Gerhard Schröder auf, eine sofortige EU-Initiative zur Aufnahme von Flüchtlingen aus dem Kosovo zu starten. Darüber hinaus müßten die Nothilfeaktionen der wenigen in der Region verbliebenen Hilfsorganisationen unterstützt werden.

Spätestens seitdem Militärs und Politiker gestern erklärten, man sei auf wochenlange Kampfhandlungen vorbereitet, müsse klar geworden sein, daß grenznahe Auffanglager in den Nachbarstaaten nicht ausreichten. Die Grenzen zwischen dem Kosovo und Albanien seien vermint und es bestehe die Gefahr eines Übergreifens der Kriegshandlungen nach Mazedonien.

„Wer die letzte Fluchtmöglichkeit Mazedonien erhalten will, muß sofort die Übernahme von Kontingenten in die Europäische Union organisieren“, sagte Heiko Kauffmann, Sprecher von PRO ASYL.

Heftig kritisiert PRO ASYL den bisherigen Umgang mit Flüchtlingen aus dem Kosovo in Deutschland. Noch bis vor wenigen Monaten habe man dem Milosevic-Regime die Flüchtlinge per Abkommen frei Haus geliefert und serbischen Sicherheitskräften auf den Flughäfen bei der Abschiebung Amtshilfe geleistet. Deutsche Verwaltungsgerichte hätten ein organisiertes Vertreibungsprogramm gegen Kosovo-Albaner nicht erkennen können. Vor diesem Hintergrund sei der Übergang von Kollaboration über das Nichts-Tun und die späte Phase des diplomatischen Druckes bis zum jetzigen Bekenntnis zur Fluchtursachenbekämpfung aus der Luft zynisch.


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