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HERBERT LEUNINGER ::: ARCHIV ASYL 1986 :::

Presseerklärung
Sperrfriest: Donnerstag, 18. Dezember 1986, 11:00 Uhr

WEIHNACHTEN, EIN ASYLFEST

Aufruf der Arbeitsgemeinschaft PRO ASYL:
DIE ABSCHRECKUNGSPOLITIK GEGEN
FLÜCHTLINGE ÜBWERWINDEN

Weihnachten ist ein Asyl-Fest: Ein Kind kommt im Schuppen zur Welt und muß mit seinen Eltern vor Verfolgung ins Ausland flüchten. An diese Botschaft erinnert die Arbeitsgemeinschaft PRO ASYL in einem Aufruf an alle Menschen guten Willens. PRO ASYL ist ein Zusammenschluß von Mitarbeitern aus Kirchen, Gewerkschaften, Wohlfahrts- und Menschenrechtsorganisationen und arbeitet mit dem UNO-Flüchtlingshochkommissar zusammen. In dem Aufruf wird vorgeschlagen, an Weihnachten den Kontakt mit Flüchtlingen zu suchen, ihnen einen Besuch im Wohnheim oder Lager abzustatten, sich von ihnen einladen zu lassen, sie zu Weihnachtsfeiern und -gottesdiensten mitzunehmen oder sie nach Hause einzuladen.

Als besondere Anregung empfiehlt PRO ASYL, die Bundestagskandidaten des eigenen Wahlkreises in diese Kontakte einzubeziehen. Unter ihnen sind christliche Politiker, die jetzt von sich sagen, mit ihrem Wahlprogramm der Weihnachtsbotschaft am besten zu entsprechen. PRO ASYL appelliert: Fordern Sie als Stimmbürger den Beweis dafür. Weihnachtsstimmung ist Stimmung für Flüchtlinge und nicht gegen sie. Weihnachten fordert bessere Behandlung und bessere Gesetze für Flüchtlinge. Die vom Bundestag kürzlich beschlossenen Einschränkungen für die Aufnahme von Flüchtlingen machen es ihnen jedoch fast unmöglich, überhaupt in die Bundesrepublik zu gelangen. Und die Asylsuchenden, die bereits hier sind, werden menschenunwürdig behandelt und leben in Angst vor Abschiebung. Besonders zynisch ist es, daß Abschiebungen von Flüchtlingen aus Berlin in den von Bürgerkrieg und Terror heimgesuchten Libanon nur über Weihnachten ausgesetzt werden.

PRO ASYL sieht aber auch eine ermutigende Bewegung in der Bundesrepublik: In den letzten Monaten sind hunderte von Gruppen und Initiativen entstanden, die sich mit den Flüchtlingen solidarisieren.

Informationen und Argumentationshilfen für die Flüchtlingsarbeit, nicht zuletzt auch für Gespräche mit Politikern in der Weihnachtszeit, haben die Arbeitsgemeinschaft PRO ASYL und die Leserinitiative „Publik“ in einer achtseitigen Aktionszeitung „Asyl statt Abschreckung – die Verfolgten aufnehmen“ herausgegeben. Träger dieser Aktionszeitung sind darüber hinaus neben der UNO-Flüchtlingshilfe bedeutende humanitäre, kirchliche und gewerkschaftliche Organisationen.

Die Massenzeitung, die etwa bei Versammlungen und in Kirchengemeinden verteilt werden kann, ist bei Publik-Forum (Zeitung kritischer Christen), zu bestellen. Preis: 100 Stück DM 35,- 100.000 Exemplare der ersten Auflage sind bereits an Einzelpersonen und Initiativgruppen ausgeliefert worden.

Sprecher von PRO ASYL:
Wolfgang Grenz, Bonn
Herbert Leuninger, Hofheim


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