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Vertreibung Kosovo

von Herbert Leuninger („Pro Asyl“)

INHALT

ANMERKUNG

PowerPoint-Präsentation von Herbert Leuninger, Stand November 2004.
Die animierten Inhalt-Bausteine wurden in statische Folien umgewandelt.

Die Fotos (Auswahl) wurden aus der Präsentation entnommen, da das Original-Dokument nicht mehr hergestellt werden konnte.

PRÄSENTATION


FOTOS


BERICHT

Printausgabe vom 17.01.2004

Patron weist Weg zu eigenen Wurzeln

Von Claudia Rundel

Königstein. – „Mit der Geschichte unserer Schule ist es wie mit vielem anderen. Das Nahe liegt oft fern“, betont Dr. Darko Heimbring, Schulleiter der Bischof-Neumann-Schule. Um das zu ändern, nahm die Schulleitung den gestrigen Patronatstag zum Anlass, den Schülern den Namensgeber des Gymnasiums – den 1977 heilig gesprochenen Bischof Johannes Nepomuk Neumann – etwas vertrauter zu machen. Zu der erstmals in diesem Rahmen durchgeführten Feier des Patroziniums hatte sich hoher Besuch angesagt.

Weihbischof Gerhard Pieschl war eigens aus Limburg angereist, um die Predigt zu halten, die am Anfang des Patronatstages stand. Rund 600 Schüler, die Schulleitung sowie Mitglieder des Lehrerkollegiums hatten sich dazu in der Schulkirche eingefunden. Für den musikalischen Rahmen sorgten die Chöre der BNS. Sie intonierten auch einige der Lieder, die eigens für die Zeremonie der Heiligsprechung von Bischof Neumann geschrieben worden waren.

Innerhalb der anschließenden Programme gab es für die BNS-Schüler ausreichend Gelegenheit, sich mit der Geschichte der eigenen Schule und dem Thema Heimat auseinander zu setzen. Auf einem Tisch inmitten des Kunstraums hatte Weihbischof Gerhard Pieschl – selbst ehemaliger Königsteiner Sankt-Albert-Internatsschüler – Platz genommen. Als Zeitzeuge berichtete er über die Vertreibung und Flucht aus seinem Heimatort Mährisch-Trübau. Statt eines Monologs setzte der Geistliche, der in der kommenden Woche seinen 70. Geburtstag feiert, auf Dialog. Unermüdlich versuchte er, die anwesenden Schüler einzubinden. In Erwartung eines Vortrags und vielleicht ob des hohen Rangs des Kirchenmannes ein wenig zögerlich, tauten sie nur allmählich auf.

Dass das Eis schmolz, ist dem Bischof selbst anzurechnen. Temperamentvoll, locker und beeindruckend nahbar schilderte er, wie er und sein Bruder als Kinder die erste Zeit der Flucht mit „Karl-May-Augen“ gesehen hätten. Bilder von der Gefangennahme verstand er genauso zu vermitteln wie die Situation, als man seiner Familie deren bevorstehende Erschießung ankündigte, der sie entkommen konnte. Den staunenden Jugendlichen präsentierte er den Koffer, mit dem er seinerzeit in Königstein angekommen war. Bis heute hat er sich nicht davon getrennt.

„Rock My Soul“, klang es derweil laut und voller Begeisterung aus dem Musiksaal. Dort sangen die 8. Klassen unter Leitung von Lehrer Hanno Kirsch Gospels und Spirituals, die es bereits zu Lebzeiten von Bischof Neumann in Amerika gab.

Bei den angebotenen Führungen von Professor Rudolf Grulich, Leiter des kirchengeschichtlichen Instituts, durch die Schulkirche lernte auch mancher Lehrer Neues. So etwa, dass sich in dem Gebäude noch heute ein Topf mit Heimaterde befindet, die Vertriebene nach dem Zweiten Weltkrieg mitgebracht hatten. Nicht selten, so erfuhren die Teilnehmer des Rundgangs, hätten Fliehende sogar persönliche Gegenstände zu Gunsten von Heimaterde zurückgelassen.

Um diejenigen, die bei uns in ihre alte und dennoch neue Heimat zurückkommen, ging es in dem Vortrag von Pater Eugen Reinhardt. Er gab seinen Schülergruppen eine Einführung in die Ausstellung „Katholische Aussiedler unter uns – Geschichte der Deutschen aus Russland“. In Arbeitsgruppen fertigten die jüngeren Jahrgänge Bilder mit den Lebensstationen des Patrons an, während im Gemeindezentrum Sankt Marien in einem Vortrag eben diese Stationen im Mittelpunkt standen. Herbert Leuninger von „Pro Asyl“ spannte andernorts den Bogen zur Gegenwart. Er schilderte etwa anhand des Beispiels von Flüchtlingen aus Bosnien das Schicksal derer, die in unserer Zeit ihre Heimat verloren haben.

Zufrieden mit der Veranstaltung zeigten sich sowohl Schulleitung als auch Schulpfarrer Harald Klein. „In Zeiten von Wertewandel ist es ganz entscheidend, sich auf die eigenen Wurzeln zu besinnen“, erklärte Direktor Heimbring. Derzeit stelle man Überlegungen hinsichtlich einer Partnerschaft mit einer Schule in Philadelphia an. Dort verstarb Bischof Neumann 1860.


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