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HERBERT LEUNINGER ::: ARCHIV KIRCHE 1988 :::

Arboretum und Asyllager
Statt Bäume Menschen sehen!

Kurzansprache am 14. April 1988 aus Anlaß des Besuchs des Ökumenischen Forums, das
vom 13.-16.4.1988 in Königstein tagte, in der Hessischen Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge Schwalbach/Taunus

Um das Lager herum entsteht das Hessische Arboretum, also ein Lehrwald mit Bäumen aus allen Erdteilen. Gepflanzt wurden u.a. Kiefernbäume aus Südjapan, pazifische Duglasien, subalpine Nadelbäume der Rocky Mountains und Bäume aus der Mandschurei. In der Fachsprache der Landschaftsarchitekten heißt dies: Boreale Waldgesellschaften der Erde sind in Nachbarschaft zum Flüchtlingslager gepflanzt worden.

Man könnte das Arboretum als eine ökologische Ökumene bezeichnen, vielleicht auch als einen Baum-Zoo. Und die Gefahr besteht, daß das Lager von diesem Baum-Zoo umgeben, zum Kuriosum eines Menschen-Zoo wird.

Davor muß uns unsere ökumenische Verantwortung bewahren, oder noch besser, der Herr, der über unsere blinden Augen streicht und uns fragt: Was erblickt ihr? Und wir würden antworten wie der Blinde von Betsaida: „Wir erblicken Menschen; noch sehen wir sie nur als wandelnde Bäume.“ Aber dann legt der Herr nochmals die Hand auf unsere Augen, und wir sehen ganz klar und deutlich Menschen aus allen Völkern und Nationen, die e i n e Weltgesellschaft Gottes.

Mk 8, 22-25

Die Heilung eines Blinden bei Betsaida

22 Sie kamen nach Betsaida. Da brachte man einen Blinden zu Jesus und bat ihn, er möge ihn berühren.

23 Er nahm den Blinden bei der Hand, führte ihn vor das Dorf hinaus, bestrich seine Augen mit Speichel, legte ihm die Hände auf und fragte ihn: Siehst du etwas?

24 Der Mann blickte auf und sagte: Ich sehe Menschen; denn ich sehe etwas, das wie Bäume aussieht und umhergeht.

25 Da legte er ihm nochmals die Hände auf die Augen; nun sah der Mann deutlich. Er war geheilt und konnte alles ganz genau sehen.

Und damit verbindet sich die Vision, daß die Bergepanzer des amerikanischen Pionierbataillons, das auf dem Gelände stationiert ist, die Berge abtragen und die Täler ausfüllen,

Jes 40, 3-5

Eine Stimme ruft: / Bahnt für den Herrn einen Weg durch die Wüste! Baut in der Steppe eine ebene Straße / für unseren Gott!
Jedes Tal soll sich heben, / jeder Berg und Hügel sich senken. Was krumm ist, soll gerade werden, / und was hüglig ist, werde eben.
Dann offenbart sich die Herrlichkeit des Herrn, / alle Sterblichen werden sie sehen.

damit wir alle gemeinsam mit Gott in seinem baumbestandenen Garten lustwandeln.

Gen 3, 8

Am Abend, als es kühler wurde, hörten sie (Adam und Eva), wie Gott, der Herr, im Garten lustwandelte.


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