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HERBERT LEUNINGER ::: ARCHIV DIVERSES 2005 :::

Thema: Eucharistie

12. September 2005
Tag der Priester und Diakone in der Limburger Kreuzwoche
Veranstaltung im Priesterseminar Limburg

Diskussionsbeitrag


Seit meiner Pensionierung bin ich freischaffender Aushilfspriester. Am Sonntag begehe ich in Villmar ein besonderes Jubiläum (ganz für mich), das silberne Altarjubiläum. Dann stehe ich am 25. Altar, um Gottesdienst mit einer Gemeinde im pastoralen Großraum Limburg zu feiern. Meine Gefühle sind gespalten. Einerseits bewegt mich immer wieder die Frömmigkeit und der Glaube der überalternden Restgemeinden. Andererseits sehe ich mich als Mitwirkender eines Zirkus, den aufrecht zu erhalten, die Pfarrsekretärinnen sehr viel Mühe und Zeit kostet.

Ich klage Rom an, nachrangige Glaubensfragen mit einer klerikalistischen und überholten Priestervorstellung über das Grundrecht der Gemeinden auf eine normale Sonntagseucharistie und Gemeindeleitung zu stellen. Ich kann mir keinen aktiveren Beitrag zum Niedergang der Kirche seit dem Vatikanum II vorstellen.

Ich beklage aber auch ein Volk Gottes, das sich dies bieten lässt. Mein Bruder Ernst hat mir zu meinem 73. Geburtstag in der vergangenen Woche die überarbeitete Fassung seiner Veröffentlichung von 1992 „Wir sind das Volk Gottes“ auf CD geschenkt. Wenn man darin liest, fragt man sich, wann das Volk Gottes aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit erwacht.

Dass Sie mich nicht missverstehen: ich halte gern Gottesdienste. Ich bin sogar süchtig nach Gemeinde. Aber ich muss immer wieder an das Wort Jesu denken:

Misereor super turbam („Mich erbarmt des Volkes“).


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