ARD Tagesschau
5. September 2003
Pro Asyl: Kaplan würde in Türkei gefoltert
Die von Bundesinnenminister Otto Schily (SPD) geforderte Abschiebung des Islamisten Metin Kaplan in die Türkei ist aus Sicht der Flüchtlingsorganisation Pro Asyl derzeit nicht zu verantworten. Der Europa-Experte der Organisation, Karl Kopp, sagte dem Berliner Radiosender Multikulti, Kaplan müsste in der Türkei mit Folter rechnen. Kopp betonte, Realität sei, dass in der Türkei noch gefoltert werde, „in Polizeizellen, aber auch in Gefängniszellen“. Dies könne nicht innerhalb von zwei Wochen geändert werden, obwohl Schily bei seinem Besuch in Ankara möglicherweise neue Garantien bekommen werde.
Kopp warf der Bundesregierung vor, in diesem Fall populistisch vorzugehen. In Deutschland hätten zwei Gerichte gegen die Abschiebung Kaplans entschieden, dennoch wolle die Regierung diese Urteile nicht hinnehmen.
Stand: 16.09.2003 11:59 Uhr