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HERBERT LEUNINGER ::: ARCHIV PRO ASYL PRESSEERKLÄRUNG 1988 :::
2. März 1988

Pressemitteilung


„Nicht übereifrig abqualifiziert werden“ sollten nach Meinung von Wolfgang Grenz, Sprecher der bundesweiten Arbeitsgemeinschaft PRO ASYL, die Vorschläge der CDA-Sozialausschüsse für eine Verbesserung der Rechtsstellung von Ausländern und abgelehnten Asylsuchenden.

PRO ASYL, eine Arbeitsgemeinschaft von Experten aus Kirchen, Gewerkschaften, Wohlfahrts- und Menschenrechtsorganisationen begrüßt insbesondere den Vorschlag, abgelehnten Flüchtlingen, die aus humanitären Gründen in der Bundesrepublik bleiben, einen sicheren Aufenthaltsstatus einzuräumen. „Dringend erforderlich“ – so Grenz – sei eine Korrektur der Visapolitik, so dass politisch Verfolgte wieder die Möglichkeit haben, in der Bundesrepublik Zuflucht zu suchen. Die Vorschläge zur Verbesserung des Ausländerrechts seien insgesamt keineswegs „leichtfertig“ und unrealistisch“ wie sie der innenpolitische Sprecher der CDU/CSU-Fraktion Gerster bezeichnete, sondern stimmten mit den bedachtsamen Vorstellungen von Kirchen, Gewerkschaften, Wohlfahrts- und Menschenrechtsorganisationen für eine humanere Ausländer- und Asylpolitik weitgehend überein.

Grenz warnte Gerster davor, durch die ungerechtfertigte Dramatisierung von Flüchtlingszahlen als „Zustrom von 230 000 Ausländern in den letzten drei Jahren“ neue Ängste bei der deutschen Bevölkerung zu schüren. „Durch solche Äußerungen, nicht durch die Menschen selbst, werden Vorurteile und Fremdenangst verstärkt. Solange bei Flüchtlingszahlen nur die Zugänge, nicht jedoch die Weiterwanderung von Flüchtlingen gezählt werden, ist jede Statistik schlichtweg unseriös“, so Wolfgang Grenz. Grenz erinnerte an die Erklärung der Deutschen Bischofskonferenz, die im Herbst 1986 auf dem Höhepunkt der allgemeinen Hysterie vor Flüchtlingen gesagt hatte: „Angesichts dieser Lage sehen wir nicht, dass für unser Volk insgesamt eine unerträgliche Belastung durch Flüchtlinge zur Zeit gegeben ist.


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