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HERBERT LEUNINGER ::: ARCHIV BIOGRAFISCHE ARTIKEL 2007 :::
Hessischer Rundfunk (Frankfurt)
2. Hörfunkprogramm (hr2)
Sendung: „Doppelkopf“

Thema: Gespräch zur Biografie
Gesprächsleitung: Pablo Diaz

15. Mai 2007
(Ankündigung des Senders)
hr2 Doppel-Kopf-Dienstag, 15. Mai 2007, 12:05 Uhr
Am Tisch mit Herbert Leuninger, „Menschenrechtler“

Tondokument: Länge 44′

[läuft auf externem Server]

 


  • Er galt jahrelang als das Sprachrohr von Flüchtlingen in der Bundesrepublik, seit er 1986 mithalf, die Organisation „Pro Asyl“ ins Leben zu rufen.
  • Hintergrund für dieses Engagement war die eigene, leidvolle Familiengeschichte. Der Vater Alois Leuninger, ein überzeugter christlicher Gewerkschafter, verlor 1933 seine Arbeit. Als Hausierer musste er sich verdingen, um die Familie mit den drei kleinen Kindern zu ernähren. Der Onkel von Herbert Leuninger, Franz Leuninger, war im Widerstand und wurde noch zwei Monate vor Kriegsende von Hitlers Schergen in Plötzensee hingerichtet.
  • Diese Erfahrung hat Herbert Leuninger geprägt. Wenn es um Schutz für Flüchtlinge geht, um Schutz für Kinder, Frauen, Männer, die vor Gewalt, Hunger oder Terror fliehen müssen, dann kennt das Engagement von Herbert Leuninger keine Grenzen. So tritt er 1986 in einen öffentlichen Hungerstreik, um gegen die Unterbringung von Flüchtlingen in Zelten in der Hessischen Gemeinschaftsunterkunft in Schwalbach zu protestieren. Leuninger vermutete eine Abschreckungsstrategie der Behörden.
  • Obwohl viele Politiker nicht gut auf Herbert Leuninger zu sprechen waren, erhielt er für sein Engagement in Sachen Flüchtlingsarbeit 1991 die Wilhelm Leuschner-Medaille des Landes Hessen und 1998 den Walter-Dirks-Preis.
  • Gegen den Strom ist Herbert Leuninger aber nicht nur in Sachen Flüchtlingspolitik geschwommen. Bereits als Pfarrer geriet er 1971 mit seinem damaligen Limburger Bischof Kempf aneinander. Als Jugendpfarrer für den Main-Taunus-Kreis hatte sich Herbert Leuninger erdreistet, eine „Jugendmesse“ unkonventionellerer Art zu organisieren, mit Pop-Musik, Zigaretten, Coca-Cola und einem der Urgemeinde nachempfundenen Liebesmahl.
  • Inzwischen ist dieser „Querdenker“ pensioniert und im Unruhestand. Zwar pflegt er noch die alten Kontakte in der Flüchlingsarbeit, aber seine jetzigen Berufungen sind das Internet und seine Gemeinden, die er ab und an betreut. Denn, so sagt Herbert Leuninger, „eigentlich wollte ich nie etwas anderes sein als Gemeindepfarrer“.

Gastgeber: Pablo Diaz


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