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HERBERT LEUNINGER ::: ARCHIV KIRCHE-MIGRATION 1986 ::: ARCHIV KIRCHE 1986 :::

Ökumenische Gottesdienste mit Flüchtlingen

Weihnachten 1985: Ökumenischer Gottesdienst in der Hessischen Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge in Schwalbach a. Ts. (v.l.) die Pfarrer NorbertSchmidt-Weller, Karl Gutberlet, Hans-Jürgen Roth, Herbert Leuninger

INHALT

Bericht:
Erster ökumenischer Gottesdienst mit Flüchtlingen

GOTTESDIENST MIT FLÜCHTLINGEN
EINE ÖKUMENISCHE INITIATIVE
HESSISCHE GEMEINSCHAFTSUNTERKUNFT
SCHWALBACH A.TAUNUS

Eine Messe im Flüchtlingslager Schwalbach, das hatte es in den letzten Jahren wohl noch nicht gegeben. Jetzt war dort an Weihnachten 1985 eine solche vorgesehen. Hierfür fühlte sich die Pax-Christi Gruppe von Hofheim verantwortlich. Es sollte ein Anfang sein, weitere Eucharistiefeiern würden folgen, vielleicht 14-tägig. Der Bezirksdekan wurde über die Planung informiert und war mehr als einverstanden. Er setzte sich mit dem evangelischen Dekanat in Verbindung. Vielleicht war auch die Schwesterkirche daran interessiert, in der Hessischen Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge einen regelmäßigen Gottesdienst zu halten. Dort lebten jeweils 500 Menschen aus vielen Ländern der Welt, darunter evangelische, orthodoxe und katholische Gläubige. Gegebenenfalls wäre es auch wichtig, ökumenische Gottesdienste zu feiern. Man würde sehen; es galt Erfahrungen zu sammeln.

Die erste Erfahrung: Der evangelische Flughafenpfarrer (Karl G. Gutberlet), durch sein Amt in ständigem Kontakt mit Flüchtlingen, die auf Rhein-Main ankamen, meldete sein Interesse an, an Weihnachten doch möglichst einen ökumenischen Gottesdienst zu halten. Dazu könnte man auch die umliegenden Gemeinden einladen. Der katholische Pfarrer (Norbert Schmidt-Weller) der Eschborner Gemeinde, die ständigen Kontakt zum Lager pflegte, lud zu einer Besprechung ein. Das Interesse war groß. Es wurde der Verlauf des Gottesdienstes besprochen. Und was sollte nach dem Gottesdienst geschehen? Würde man einfach wieder auseinandergehen, wie das bei unseren Gottesdiensten üblich ist? Nein, es sollte sich ein Zusammensein mit Kaffee und Kuchen anschließen, gerade an Weihnachten.

Inzwischen waren das Hessische Sozialministerium und die Lagerleitung über unser Vorhaben informiert worden. Die Gottesdienste wurden von dort begrüßt. Sie sollten in dem größeren Gemeinschaftsraum des Lagers stattfinden. Plakate in verschiedenen Sprachen wurden als Einladung ausgehängt. Eine halbe Stunde vor Beginn des Gottesdienstes wurden die Flüchtlinge über Lautsprecher nochmals in englischer und französischer Sprache eingeladen.

Zur vorgesehenen Zeit füllte sich der Gemeinschaftsraum, in dem die Stühle im Halbrund um den Altartisch aufgestellt waren. Flüchtlinge aus vielen Nationen und eine große Anzahl von Christen aus den umliegenden Gemeinden bildeten eine ungewöhnliche Gemeinde. An die Wand wurde ein Krippenbild projiziert, es stammte von einem außereuropäischen Künstler. Eine kleine Musikgruppe mit Querflöte und Gitarren hatte die musikalische Begleitung übernommen. Einer der Spieler war ein iranischer Flüchtling, der mit seiner Familie in Hofheim lebte, armenische Christen. Liedzettel mit Liedern, deren Strophen mehrsprachig abgedruckt waren, wurden ausgeteilt. Der Gottesdienst begann mit einer Begrüßung in mehreren Sprachen. Nacheinander wurden die wichtigsten Fluchtländer aufgerufen und die Gottesdienstteilnehmer aus dem genannten Land mit Beifall willkommen geheißen; dann auch die Anwesenden der verschiedenen umliegenden Gemeinden. Eine wahrhaft ökumenische Versammlung mit Menschen aus verschiedenen Konfessionen und Ländern.

Die Texte der Gebete und der Schrift wurden in Englisch, Französisch und Tigrinia, der Sprache der Eritreer aus Äthiopien übersetzt, auch die Ansprache. Und dazwischen Lieder und Liedrufe mit bekannten oder doch wenigstens eingängigen Melodien. Die Fürbitten kamen aus der Gemeinde, das Vaterunser sprach jeder in seiner Muttersprache. Dann folgte der Friedensgruß, eine herzliche Begegnung von Mensch zu Mensch, die die ganze Gemeinde erfaßte und zu einer Gemeinschaft befreundeter Menschen werden ließ. Als die vier evangelischen und katholischen Pfarrer gemeinsam den Schlußsegen gesprochen hatten, gab es gar keine Frage mehr: Von jetzt an sollten es nur noch ökumenische Gottesdienste sein. Sie waren für dieses Lager und die Menschen, die dort vorübergehend lebten, die beste Erfahrung von der Kirche ihres Fluchtlandes. Und für die Pfarrer und die Gemeinden war es der besondere Ausdruck einer gemeinsamen Verantwortung der Kirchen gegenüber den Flüchtlingen.

Von Weihnachten an wurden dann regelmäßig die ökumenischen Lagergottesdienste gefeiert. Immer wieder finden gemeinsame Besprechungen statt, um die Termine festzulegen, die Erfahrungen auszutauschen, die jeweilige ökumenische Leitung des Gottesdienstes abzusprechen und das Service-Team für das Zusammensein nach dem Gottesdienst zu bestimmen. Immer mehr Gemeinden und Pfarrer beteiligen sich an den Gottesdiensten, hunderte Christen aus der Umgebung haben an den mittlerweile 20 Gottesdiensten teilgenommen und den Schritt durch das Lagertor gewagt. Die Mehrheit von ihnen hat eine neue ökumenische Erfahrung gemacht, ein anderes Bild von den Flüchtlingen erhalten, vielleicht sogar die eigene Einstellung verändert. Die Flüchtlinge freuen sich, Menschen zu erleben, die ihnen freundlich begegnen und ihnen zeigen, daß es in der Bundesrepublik Christen gibt. Auch Menschen anderer Religionen fühlen sich angesprochen.

Der bisherige Höhepunkt der Ökumenischen Gottesdienste war die Anwesenheit des Kirchenpräsidenten der Evangelischen Kirche von Hessen und Nassau Spengler mit seiner eindrucksvollen Predigt und den intensiven Gesprächen mit den Flüchtlingen. In seiner Ansprache, erklärte er sich solidarisch mit dem Hirtenwort des Bischofs von Limburg zur Verantwortung der Gemeinden gegenüber den Flüchtlingen. Das Hirtenwort wurde gerade an diesem Sonntag verlesen. Eine ökumenische Gemeinsamkeit, die nicht abgesprochen war!

Am Schluß dieses Gottesdienstes tritt ein Flüchtling aus Ägypten nach vorn. Er gibt sich als Christ zu erkennen und möchte den deutschen Gottesdienstteilnehmern eine Botschaft vermitteln. Die Flüchtlinge sähen, daß Deutschland große Aufwendungen für die Asylbewerber machen müßte. Die Flüchtlinge wüßten dies zu schätzen. Sie hätten aber sicher keine übertriebenen Vorstellungen von ihrer Aufnahme und wollten bestimmt keine Unterkunft in besonderen Hotels. Das Einzige, was sie sich sehnlichst wünschten, wäre, als Menschen behandelt zu werden, einfach als Menschen.

Dafür haben Christen sicher eine besondere Verantwortung.


Ansprachen

Weihnacht der Völker

2. Weihnachtstag (1987)

(Mit Dias von Krippen aus verschiedenen Ländern und Kulturen)

Jedes Volk hat seinen Glauben vom Heil, manchmal nur einen Glauben vom eigenen.

Gott will das Heil aller Völker. Alle Völker sind seine große Familie.

Das Heil meines Volkes kommt im Heil für alle Völker, niemals wenn ein Volk gegen das andere ist, oder ein Volk es besser haben will als andere.

Jedes Volk hat seinen Glauben vom Heil, jedes Volk hat seine Vorstellung von der Menschwerdung Gottes. Zusammen ist es der eine große universale Glaube, der uns alle zum Heil führt.

Die Könige aus allen Völkern zeigen uns: Die Macht liegt bei Gott, bei einem äußerlich schwachen Gott, schwach wie ein Kind, schwach wie das eritreische Kind Sanit, das ausgewiesen werden soll. Es wird nicht ausgewiesen werden, wenn wir als Christen an den mächtigen Gott glauben. Dagegen kommt kein Landrat und kein Innenminister an.

Die Könige bringen den Reichtum ihrer Länder und Völker zu Gott. Den Glauben ihrer Völker, die Liebe ihrer Völker, die Hoffnung ihrer Völker. Daraus wird die gemeinsame, großartige und heile Welt Gottes, die Welt, für die Gott Mensch geworden ist.

„Christmas of the People“

II. Christmas Day (1987)

(With slides of the manger from various lands and cultures.)

Every people has its faith in salvation, sometimes only a belief in its own salvation.

God desires the salvation of all people. All people comprise his great family.

The salvation of my people comes in the salvation of all people, never when one people stands against another or one people wants more for itself than for others.

Every people has its faith in salvation, every people has its understanding of the Incarnation. Together they form the one large universal faith, which leads us all to salvation.

The kings of peoples everywhere show us: Power lies with God, with an outwardly weak God, weak as a child, weak as the Eritrean child Sanit, who is to be deported. He will not be deported when we as Christians believe in Almighty God. No local politician or Minister for Domestic Affairs has any power over him.

The kings bring the riches of their lands and peoples to God. They bring the faith of their people, the love of their people, the hope of their people. Out of these offerings comes God’s common, marvelous and holy world, the world for which God became flesh.

(Translation: Pfr. Jeffrey Myers, Frankfurt)

Macht die wankenden Knie wieder fest

Jesaja 35, 1-6.10

Dieser Tage ist in Frankfurt ein Flüchtling zu Tode gekommen, weil seine Knie nicht mehr stark genug waren. Ein Bein war gelähmt, das andere so geschwächt, daß er unversehens umfiel und so unter die Räder der S-Bahn geriet. Ein Bekannter von ihm hat es mir berichtet, der wußte, wie einsam dieser Mann mit seinen wankenden Knien leben mußte. Niemand war um ihn, der seine schwachen Beine stützen konnte.

Gott ruft uns auf, macht die wankenden Knie wieder fest!

Ein zweites Erlebnis. Am Mittwoch hat sich eine Frau von der Schwäbischen Alb mit ihrem Schützling auf den Weg gemacht, einem jungen Flüchtling. Sie hat Angst um ihn, daß er irgendwann bei Nacht und Nebel von der Polizei abgeschoben wird. Bei mir sucht sie Unterstützung und Rat. Sie trägt einen kleinen Rucksack auf dem Rücken und einen Korb mit ihrer Diätnahrung in der Hand, als ich sie abhole. Mit Zwischenstationen ist sie fast drei Tage unterwegs. Als ich sie zum Bahnhof zurückbringe, gesteht sie mir, daß ihr gelegentlich die Beine den Dienst versagten, aber sie werde es schaffen und kehre gestärkt zurück.

Wie viele unter uns leben nach ihrer Flucht mit wankenden Knieen hier. Sie brauchen am dringendsten die Kraft der Hoffnung.

Gott ruft zu uns: Macht die wankenden Knie wieder fest!

Wo keine Hoffnung ist, wanken die Knie.

Wo ein Fünkchen Hoffnung ist, werden sie wieder fest.

Jetzt ist die Zeit der Hoffnung, in dieser Zeit vor Weihnachten.

Wer unter uns Hoffnung hat, dessen Knie werden fester, er braucht nicht mehr zu schwanken und zu wanken.

Wer hat unter uns die größte Hoffnung? Heute?

Er soll die anderen stärken, damit sich ihre Knie festigen.

Die, die keine Hoffnung, wenig Hoffnung und viel Hoffnung haben, sie sollen zusammenstehen. Dann wird Gott unsere Hoffnung und unsere Stärke sein.

Es stellen sich vielleicht nach Kummer und Seufzen dann auch Lachen und Freude ein, wie der Prophet verheißt.

Steady all trembling knees!

Jesaja 35, 1-6.1

These last days a refugee died in Frankfurt, because his knees were not strong enough to carry him along properly. One of his legs was paralyzed and the other one was so weakened that he tumbled all of a sudden, fell and was run over by the wheels of an S-train. A friend of his informed me of this fatal accident. He knew how lonely this man had to live. There was nobody to care for him, who might have supported him.

And God calls to us: Steady your trembling knees!

A second experience: Last Wednesday a woman from the Suavian Alb in southern Germany set off with a young refugee she feels responsible for. She was terribly frightened that some day – without warning – he might be caught (captured) by the police and sent back home across the border. She came to me for help and advice.

When I met her at the station, she carried a few things in a small rucksack on her back and a basket with some diet-food in her hand. Apart from some hours of rest here and there the journey took her nearly three days. When I saw her off to the station she told me, that occasionally her legs hurt so much, that she can hardly walk. I wanted to support her, but she said she was sure to manage just the same and that she returned home comforted with hope.

How many among us here are living with unsteady, trembling knees since they have fled. They urgently need the strength of hope.

And God calls to us: Steady the trembling knees!

When there is no hope, the knees begin to tremble. When there is the slightest gleam of hope, they become steady again.

Now there is a time of hope, right now in the weeks before Christmas…

He who has hope among us will get steady knees and need no longer stagger and sway.

And who among us here has the greatest hope? Today?

He should support the others so that their knees can be strengthened again!

Those who have lost all hope and those who live between hope and fear and those with great hope should keep together, united in hope. Then God himself will be our hope and our strength.

Perhaps after sorrow and much lamenting there will be great joy and gladness, as the prophet promises us.

(Translation: Sr. Heriberta, Hofheim)

Der Reichtum der Völker

Epiphanias (1986)
Matthäus 2, 1-11

(Eine Gruppe von Sternsingern nimmt am Gottesdienst teil. Es werden kleine Geschenke (Süßigkeiten) verteilt.)

Weise Menschen aus dem Orient kommen zur Krippe Jesu und bringen ihre Schätze mit.

Sie vertreten die Völker der Welt.

Sie sind die Abgesandten der Menschheit.

Ihr Kommen zeigt, daß die Neue Zeit angebrochen ist.

Ihre Gaben Gold, Weihrauch und Salböl sind die Reichtümer der Welt. Heute sind wir hier versammelt aus Ost und West, aus Süd und Nord.

Wir können sagen, die Völker der Welt sind durch uns an der Krippe anwesend. Wir vertreten die Menschheit.

Dieses Lager führt Menschen aus aller Welt zusammen. Sie sind auf der Flucht vor König Herodes und seinesgleichen. Sie sind geflüchtet mit geringer Habe.

Und doch!

Mit ihnen ist der ganze Reichtum der Völker hier anwesend. Nicht das Kapital und nicht der Glanz des Königs Herodes.

Aber anwesend sind

die Menschen mit ihrer Sprache, mit ihrer Kultur, mit ihrer Religion, mit ihrem Glauben, mit ihrer Hoffnung, mit ihrer Liebe,

und vor allem mit ihren Kindern.

Wer weiß um diesen Reichtum?

Wer weiß die Menschen und ihre Schätze zu würdigen? Wer erkennt die Zeichen des Heils hier in Schwalbach?

Wir!

Es ist eine Gnade!

Das Fest der Erscheinung des Herrn!

Das Weihnachtsfest der Kirchen des Ostens!
Morgen das eritreische Weihnachten!
Übermorgen das Weihnachtsfest der armenischen Christen!

Wir sind die Versammlung der Völker an der Krippe des Herrn! Wir gehören zusammen!

The treasures of the people

Epiphany (1986)
Matthew 2:1-11

Wise men from the east come to Jesus‘ cradle and bring their treasures with them. They represent the people of the world.

They are the envoys of humanity.

This coming shows that a new age has begun.

Their gifts of gold, frankincense and myrrh are the riches of the world.

Today we are gathered here from east and west, from south and north.

We can say that the people of the world are present at the manger through us. We represent humanity.

This camp brings people from the whole world together. They are in flight from King Herod and people like him. They have fled with meager possessions.

And still:
In them the riches of the entire world are here. Not capital and not the glory of King Herod.

But the people are present with their language, their culture, their religion, with their faith, with their hope, with their love. And above all with their children.

Who knows about these riches?

Who can appreciate the people and their treasures?

Who can recognize the signs of wholeness and salvation here in Schwalbach?

We do!

It is a sign of grace!

The feast of the appearance of the Lord!
The Christmas feast for the Churches of the East!
Tomorrow is Christmas for the Eritreans!
Day after tomorrow Christmas for the Armenian Christians!

We, the people, gathered before the manger! We belong together!

(Translation: Keith Chamberlain, Frankfurt)

Gott im Zelt

(September 1986: Die Hessische Regierung hatte zur Abschreckung Zelte in der HGU errichten lassen
HUNGERN FÜR HÄUSER – Interaktive Seiten mit Bildern)

1. Chronik 17, 1-2

König David hat sich einen Palast gebaut.

Als er eingezogen ist, bekommt er ein schlechtes Gewissen: Er sagt:

„Ich wohne in einem festen Haus. Gott wohnt in einem Zelt. Ist das in Ordnung?“.

Er will Gott auch ein festes Haus bauen. Dann erst wäre sein Gewissen beruhigt.

Gott wohnte in einem Zelt, seit sein Volk aus Ägypten geflüchtet war. Gott wollte seinem Volk ganz nahe sein. Das Volk lebte in Zelten. Deswegen war ein Zelt Gottes Heiligtum.

Gott wohnt in diesem Zelt. Die Regierung hat es ihm gebaut.

Solange es hier die Zelte für Menschen gibt, müssen wir uns im Zelt Gottes versammeln. Gott will es so!

Gott will bei den Menschen, bei den Flüchtlingen sein. Wir beten diesen menschennahen Gott an!

Aber wir haben ein schlechtes Gewissen wie König David. Wir wohnen in festen Häusern.

Und heute verehren wir unseren Gott in seinem Zelt. Ist das in Ordnung?

Nein!

Solange in diesem Lager Zelte sind, auch eins für Gott, werden wir nicht mehr ruhig schlafen können.

God in the tent

(September 1986: Tents in the HGU instead of houses)

1. Chronicles 17,1-2

King David has built himself a palace.

After moving in he has a bad conscience: He says: „I live in a stable house.“

„God lives in a tent.“

„Is that in order?“

He wants to build a stable house for God as well. Only then would he have a good conscience.

God lived in a tent since his people had fled from Egypt.

God wanted to be near his people. The people lived in tents.

Therefore a tent was God’s holy sanctuary.

God lives in this tent.

The government has built it for him.

As long as there are tents here for people we must come together in God’s tent. God so wills it!

God wants to be with the people, with the refugees. We worship this God who is close to the people!

But we, like King David, have a bad conscience. We live in stable houses. And today we revere our God in his tent. Is this right?

No!

As long as there are tents in this camp, including one for God, we will not sleep peacefully.

(Translation: Keith Chamberlain, Frankfurt)

Der neue Mensch

The New Man

Matthäus 3, 13-17

Einer meiner Freunde hat mir erzählt, wie er geflüchtet ist. Er ist in einen Grenzfluss gestiegen und unter Wasser auf die andere Seite geschwommen. Dann hat er sich als freier Mensch gefühlt, wie neugeboren.

A friend of mine once told me, in which way he managed to flee from his homeland. He dived into a river forming the frontier and he swam underwater to the opposite river bank. There he felt a free man, like a new person.

Es war wie eine Taufe. Jede Taufe ist ein Untertauchen in das Wasser und ein Auftauchen aus dem Wasser. Ein unfreier Mensch taucht unter und ein neuer, befreiter Mensch taucht wieder auf.

That was like baptism. Each baptism means submerging into water – and rising from under the water. An unfree man dives down and a new free man rises to the surface.

Jesus hat es vorgemacht. Er ist in den Jordan gestiegen und wurde dort untergetaucht. Dann tauchte er auf und Gott sagte aller Welt: „Das ist der neue Mensch, frei von allen Fesseln der Unterdrückung und des Bösen. An ihm habe ich meine helle Freude.“

Jesus set the example. He descended into the river Jordan and there he was plunged into the water. When he came up out of the water, God made know to all the world: „This is the new man, free from all oppression and all evil. He is my Son, with whom I am pleased.“

Jesus Christus ist das erste, das beste und das entscheidende Vorbild für unsere Taufe. Weil er im Fluß unter- und wieder aufgetaucht ist, können auch wir neue Menschen werden.

Jesus Christ is the first, the best and the most decisive prefiguration (example) for our baptism. Because of his being dived into the river and his rising from it we too can become new men.

Jede Flucht ist eine Art Taufe: Menschen müssen untertauchen. Manche überleben es nicht. Es ist ein tödliches Risiko. Jeder darf glücklich sein, wenn er in einem anderen Land wieder auftauchen kann. Flüchtlinge wollen freie, neue Menschen sein.

So to speak each flight is a kind of baptism. Men must go underground. Some of them don’t survive, because there is always deadly risk connected to it. Everybody will be happy again if he can come forth in a foreign country. Refugees wish to be free new men (people).

Auch wir wollen freie und neue Menschen sein. Wir wollen frei sein von jeder Unterdrückung, die von außen oder auch von innen kommt. Wir wollen befreit werden, um das Gute, um den Willen Gottes zu tun. Auch wir wollen immer wieder anfangen können, neue Menschen zu werden.

We, too, wish to be free and new men. We want to be free from every kind of oppression by men as well as inner compulsion. We want to become free in order to be able to do good, to fulfill God’s will. We, too, want to begin again and again to become new men.

Wir rufen ihnen, den Flüchtlingen in unserer Mitte, heute zu: Seid neue, freie Menschen mit uns zusammen. Laßt Euch mit uns befreien zu einem neuen Leben. Daß Gott sagen kann: Die gefallen mir! Darauf kommt es an. Die Taufe Jesu macht es uns allen möglich.

And with this we want to encourage the refugees among us today: Be new, free men with us altogether. Let yourselves be made free to live a new life, so that God may say: I am pleased with them. That is what matters (that is the point). The baptism of Jesus Christ has made it possible for all of us.

(Translation: Sr. Heriberta, Hofheim)

Jesus und die Kinder

Markus 10, 13-16

Jesus inmitten einer großen Menschenmenge. Nur Erwachsene!

Mütter mit ihren Kindern: Sie versuchen ihre Kinder zu dem heiligen Mann zu bringen. Er soll seine Hände auf sie legen, sie segnen.

Aber man erlaubt es ihnen nicht. Sie werden von Jesu Freunden getadelt. Frauen und Kinder haben keine Bedeutung für das Reich Gottes. Keine Chance für Kinder!

Aber Jesus ruft die Kinder zu sich. Lasset die Kinder zu mir kommen und haltet sie nicht auf. Das Reich Gottes gehört ihnen und solchen, wie ihnen!

Wer das Reich Gottes nicht empfängt wie ein Kind, der wird nicht hineinkommen. Nur für Kinder!

Wir alle sollten Kinder werden, offen, vertrauensvoll, um alles von Gott zu empfangen.

Das Kind im Mittelpunkt!

Wir sehen so viele Kinder unter den Asylsuchenden. Manchmal einsame, ohne ihre Eltern.

Sie werden von ihren Eltern geschickt, um ihr Leben zu schützen. Die Kinder im Mittelpunkt!

Wir sollten uns verantwortlich fühlen. Gott schickt uns diese Kinder. Laßt die Kinder kommen und haltet sie nicht auf. Gott will ihnen Leben geben, ewiges Leben. Und wir werden Gottes Leben empfangen, wenn wir diese Kinder wie ein Geschenk annehmen. Sie sollten uns immer daran erinnern, daß wir zu Freiheit, Leben und Gnade nicht gelangen können, ohne daß wir Kinder werden.

Jesus and the Children

Mark 10,13-16

Jesus in the midst of a large crowd. Only adults!

Mothers with their babies; they tried to bring their babies to the holy man. He should place his hands on them. To bless them.

But they weren’t allowed to do so. They are blamed by the friends of Jesus. Women and babies mean nothing for the Kingdom of God. No chance for children!

But Jesus calls the children to him: Let the children come to me and do not stop them. The kingdom of God belongs to these and to such as these!

Whoever does not receive the Kingdom of God like a child will never enter it! Only for children!!

We all should become children, open, faithfully, to receive all from God.

The child in the center!

We see so many children among the asylum seekers. Sometimes lonely children without their parents.

They are sent by their parent to safeguard their life.

The children in the center!

We should feel responsible. God gave us these children. Let the children come and do not stop them. God will give them life, eternal life. And we will receive God’s life, if we receive these children like a gift. They should always remember us, that we can’t enter freedom, life and grace without becoming children.

(Translation Irmela Roth, Friedrichsdorf)


Bericht:

Ein freundliches Gesicht, mehr nicht?

Ein wenig ratlos dürfte ich schon ausgesehen haben. Eine Iranerin, aus ihrer Heimat geflüchtet, spricht mich im Lager Schwalbach an. Ihre große Bitte: Wir möchten dafür sorgen, daß die Flüchtlinge freundlicher behandelt würden. Offensichtlich leidet die Frau sehr unter der Abweisung und Kälte, die ihr überall entgegengebracht werden.

Wie soll ich diese Bitte erfüllen? Ich könnte einen Appell an die Öffentlichkeit richten, dem Sozialminister schreiben, er solle seine Leute anweisen, eine andere Miene aufzusetzen.

Ich weiß, daß dies nichts nützt. Das versuche ich der Dame zu erklären. Die Abweisung hätte einen politischen Grund. Zwar seien die Beamten nicht gerade angewiesen, eine übellaunige Miene aufzusetzen. Die ganze Politik gegenüber den Flüchtlingen sei aber darauf gerichtet, abzuschrecken. Dadurch solle verhindert werden, daß so viele Menschen wie bisher in die Bundesrepublik fliehen. Eine solche Politik spiegele sich dann zwangsläufig auf den Gesichtern derer wider, die mit Flüchtlingen Kontakt hätten.

Was ich, was wir als Christen tun könnten? Eigentlich nur, ein wenig freundlich sein! Deswegen seien wir auch ins Lager gekommen und feierten einen ökumenischen Gottesdienst.

Ein wenig freundlich sein, genügt dies?

Fürs erste bestimmt. Ein freundliches Gesicht gegenüber Flüchtlingen ist Ausdruck einer Haltung. Ich akzeptiere Dich, ich achte Dich in Deiner menschlichen Würde, ich möchte Dich nicht abschrecken. Ein freundliches Gesicht sagt noch mehr: ich mag Dich, ich freue mich über Dich. Ich verspüre eine Zuneigung Dir gegenüber.

Das ist sehr viel. Mehr erwartet ein Flüchtling nicht, wenn er zu uns kommt. Sein angespanntes Gesicht wird sich verändern, er wird vielleicht lächeln.

Wahrscheinlich ist es aber gar nicht so leicht, freundlich gegenüber Flüchtlingen zu sein. Unbewußt wirken unsere Gesichter wenn nicht gerade abschreckend, so doch abweisend. In unserem Kopf und in unserem Herzen spielt sich eine Auseinandersetzung ab, genau die gleiche wie in der Öffentlichkeit. Sind es ihrer nicht zu viele? Habe ich nicht einen Menschen vor mir, der uns ausnützen will? Haben wir nicht genug Sorgen und Probleme, und dann kommen noch diese fremden Menschen zu uns …?

Mit diesen Empfindungen und Gedanken kann ich kein freundliches Gesicht machen, es würde eine Grimasse.

Freundlich sein gegenüber Flüchtlingen ist demnach doch nicht ganz so leicht. Es ist – so wie die Dinge bei uns liegen – eher der Widerschein eines menschenfreundlichen Gottes. Seinem Herzen sind die Flüchtlinge sehr nah.


5.6.1989

TANZ IM FLÜCHTLINGSLAGER

Der Einladung zum „morning-prayer“ per Lautsprecheranlage sind wieder Menschen aus den verschiedensten Ländern und Religionen gefolgt. Diesmal gestalten die evangelische Gemeinde der Limes-Stadt und die Pax-Christi-Gruppe Hofheim den 14-tägigen ökumenischen Gottesdienst im der Schwalbacher Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge. Wir stellen uns gegenseitig vor. Die Asylbewerber zeigen uns auf einem großen Globus, einem aufgeblasenen Ballon mit aufgedruckter Weltkarte, ihr Herkunftsland. Heute sind es Menschen aus Marokko, Algerien, dem Libanon, aus Ghana und Jugoslawien. Drei Sikhs aus Indien glauben, sie müßten die Kantine verlassen, als wir uns als Christen vorstellen. Ich kann sie gerade noch mit einem besonders herzlichen Willkommensgruß daran hindern. Neben mehreren iranischen Familien sind auch muslimische Kurden aus der Türkei und dem Irak unter den Gottesdienstteilnehmern. Einer von ihnen zeigt uns auf dem Globus, daß die Kurden im Irak, Iran, in Syrien, Rußland und in der Türkei lebten: „Ein 25-Millionen- Volk ohne eigenen Staat!“, sagt er in gutem Deutsch.

Frau Rosenstock, evangelische Predigerin aus Schwalbach, hat für ihre Ansprache eine moderne Plastik mitgebracht. Sie zeige den Vater, der seinen aus der Fremde zurückgekehrten Sohn aufnimmt und mit einem weiten Mantel umhüllt. Mr. Higman aus Großbritannien, Mitglied der Schwalbacher Gemeinde, übersetzt in bestes Oxford-Englisch, Gerd in die türkische Sprache. Danach bilden wir einen großen Kreis, fassen uns an den Händen und sprechen, jeder in seiner Sprache, ein Gebet zu Gott, dem Vater aller Menschen und Völker. In einer inzwischen freundschaftlichen Atmosphäre wünschen wir einander Frieden. Traudel verteilt die Rosen, die auf dem Altartische gestanden haben, an die Anwesenden. Als wir nach dem Gottesdienst bei Kaffee und Kuchen zusammenstehen oder -sitzen, packt mich ein kleines iranisches Mädchen von vielleicht sieben Jahren bei der Hand und zieht mich ganz bestimmt zu einer Gruppe von Iranern. Sie spricht über mich, ich verstehe nur Mullah. Einer, der wohl ein wenig Deutsch gelernt hat, soll übersetzen. „Warum mich die Leute liebten“, läßt sie fragen. Ich bin völlig überrascht, versuche die Antwort; vielleicht, weil ich mich bemühte ein wenig freundlich zu sein.

Später fragt mich eine iranische Mutter, ob sie tanzen dürften. Khomeiny sei doch gestorben. Der Kassettenrekorder mit armenischer Musik steht schon auf dem Stuhl bereit. Ihrer Sache nicht ganz sicher, beginnen Frauen und Kinder zu tanzen. Unter ihnen das schmale, schwarzhaarige Mädchen. Ihm liegt der Tanz im Blut. Sie wirft das Köpfchen, sucht meinen Blick und macht mir schöne Augen. Es scheint, als habe sich das Kind in mich verliebt, in einen noch nicht ganz alten Mullah. Vielleicht bin ich für dieses Kind ein Anti-Khomeiny. Jemand aus meiner Gruppe zeigt sich schockiert über den Tanz der Iraner zum Tode des Ayatollah. Ich gebe zu bedenken, was wir wohl am 20.Juli 1944 getan hätten, wenn das Attentat auf Hitler geglückt wäre.-


1.Bericht veröffentlicht in: ‚Er liebt die Fremden‘, Handreichung zum Thema Asyl des Diözesancaritasverbandes und des Bischöflichen Ordinariates Limburg, Limburg 1986, S. 31.f;
die weiteren Texte in: Papiere 29 ‚Ökumenische Gottesdienste mit Flüchtlingen‘ der Beratungsstelle für Gestaltung von Gottesdiensten und Gemeindeveranstaltungen Frankfurt, Frankfurt 1993


4. August 1989

Frankfurter Allgemeine Zeitung
Rhein-Main-Zeitungs

Sonntags wird der Kantinensaal der Gemeinschaftsunterkunft in Schwalbach zur Kirche

Schwalbach: Ein weiß gedeckter Tisch steht zwischen der kunststoffbeschichteten Schiebetür und dem Stahlregal für den Fernseher in der Kantine der Hessischen Gemeinschaftsunterkunft für ausländische Flüchtlinge (HGU). Ein blauer Ständer mit vier brennenden Kerzen, einige Bücher. „Die Bibel“ und „The Holy Bible“, ein Steinkrug mit gelben Blumen, die Irmela Roth im eigenen Garten gepflückt hat. Ihr Mann, der evangelische Pfarrer der Limes-Gemeinde, Hans-Jürgen Roth, trägt ein rotes Band auf seinem schwarzen Talar, gewebt und bestickt von guatemaltekischen Flüchtlingsfrauen. Ein Mitbringsel eines Besuchs in New Mexico, wo sich Roth über „Sanctuary Movement“, ein Hilfsprogramm für Flüchtlinge in nordamerikanischen Gemeinden informiert hat. Die farbenfrohe Stola, die der katholische Amtsbruder, Pfarrer Herbert Leuninger, umgelegt hat, kommt aus Chile. Die Stickerei zeigt den Auszug des Volkes Israel aus Ägypten. „Das passt in die Situation“, sagt Leuninger, der als Sprecher von PRO ASYL zu einem bekannten Kritiker der Ausländerpolitik geworden ist.

An jedem 2. Sonntag laden um liegende Kirchengemeinden die Bewohner des Lagers zum ökumenischen Gottesdienst ein. Vor drei Jahren hat man damit begonnen. Bei der Vorbereitung und beim „Service“ wechseln sich die Gemeinden ab. Nach dem Gottesdienst in der heimischen Kirche fahren ein gutes Dutzend freiwillige Helfer mit ihrem Pfarrer ins Lager. Musiker zum Beispiel, die die Gläubigen beim Singen der Kirchenlieder begleiten, und Frauen, die beim anschließenden Kaffeetrinken den selbstgebackenen Kuchen austeilen. Viele der freiwilligen Helfer sind älter als die Menschen, die zum Gottesdienst kommen.

Noch lange nach dem ersten Lied füllt sich der große Kantinensaal. Das geht ruhig und ohne Störung vonstatten. Die ersten 70 Menschen finden an den aufgestellten Tischen Platz. Die Nachzügler auf den Stuhlreihen sehen schon eher wie Zuschauer aus. Der weißhaarige türkische Großvater, der mit Kindern und Enkeln gekommen ist, ist eine Ausnahme. Die meisten sind zwischen 20 und 40 Jahren alt, viele haben Kinder. Die Fluktuation im Lager ist groß. Zum Wochenende muß ein Großteil der Flüchtlinge den erwartenden Neuankömmlingen Platz machen, die am Rhein-Main-Flughafen ankommen. „Wir wissen vorher nie, wer kommt“, sagt Hans-Jürgen Roth. Willkommen sind alle, egal ob sie Muslime, Christen sind oder keiner Religion anhängen.

Die Pfarrer begrüßen die Besucher, Irmela Roth übersetzt Grüße, Gebete und Predigt ins Englische. „Wir gehören miteinander zu einer großen Menschenfamilie“, sagt Roth. „Da kann es nur ein Gott sein, zu dem wir beten.“ Ein durchsichtiger aufgeblasener Wasserball, auf dem die Staaten der Erde geklebt sind, wird herumgezeigt. Irmela fragt nach den Herkunftsländern der bunten Gemeinde. Irak, Afghanistan, Nigeria, Ghana, Somalia, Sudan werden genannt, die Tschechoslowakei, Türkei und Kurdistan. Jede Nation wird mit Applaus begrüßt. „Welcome“, rufen die Pfarrer.

„Wir bitten Sie, daß Sie uns aufnehmen als Brüder und Schwestern in einer großen Familie“, sagt Hans-Jürgen Roth zu den Ankommenden. Pfarrer Leuninger betet Psalm 146. „Gott, der Schutz der Schwachen“. Statt „er beschützt die Gäste und Fremden im Land“ sagt er „Gäste und Asylbewerber“. Mit Gesten und Symbolen versucht er seine kleine Predigt über die Heilung des Blinden in Betsaida (Mk 8.22-26) denen verständlich zu machen, die die Sprache nicht verstehen können. Er nimmt die Brille ab, hält sich abwechselnd die Augen zu. Ein Türke nickt und murmelt die Vokabel in seiner Sprache. Am besten klappt die Verständigung mit Musik. Ein Blatt mit sechs kurzen Liedern und dem Vaterunser liegt an jedem Platz. Bei „Halleluja“ zu einer Melodie aus Zimbabwe, bei „Kyrie eleison“ und Schalom, Salam, Frieden bewegen viele vorsichtig die Lippen. Beim Händeklatschen machen zuerst die Kinder mit, dann die Schwalbacher, die Afrikaner und schließlich auch der alte Türke. „Es kommt etwas zurück“, versuchen Roth und Leuninger die Atmosphäre zu beschreiben. „Wir wollen diesen Menschen zeigen, dass sie bei uns willkommen sind.


Udo Kalinowski

1. Bericht veröffentlicht in: Er liebt die Fremden‘, Handreichung zum Thema Asyl des Diözesancaritasverbandes und des Bischöflichen Ordinariates Limburg, Limburg 1986, S. 31.f; die weiteren Texte in: Papiere 29 ‚Ökumenische Gottesdienste mit Flüchtlingen‘ der Beratungsstelle für Gestaltung von Gottesdiensten und Gemeindeveranstaltungen Frankfurt, Frankfurt 1993


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