PRO ASYL Presseerklärung | Press Release
8. Mai 1999
Kundgebung am 8. Mai 1999 in Berlin:
PRO ASYL fordert Ende des Krieges und der Gewalt
Die Lehren des 8. Mai beherzigen.
Zurück zum Völkerrecht, zurück zur UN, Flüchtlinge schützen
- Kundgebung am 8. Mai 1999 in Berlin: PRO ASYL fordert Ende des Krieges und der Gewalt
Die Lehren des 8. Mai beherzigen. Zurück zum Völkerrecht, zurück zur UN, Flüchtlinge schützen - Demonstration on May 8, 1999 in Berlin: PRO ASYL demands end of war and violence
Taking to heart the apprenticeships of May 8. Back to International Law, back to UN, protect refugees
In einer Rede anläßlich der Demonstration der Friedensbewegung am Jahrestag des Kriegsendes am 8. Mai 1946 forderte der Sprecher von PRO ASYL, Heiko Kauffmann, die Politik auf, die Lehren des 8. Mai und das Vermächtnis der Verfolgten des NaziRegimes durch die großzügige Aufnahme von Flüchtlingen zu beherzigen.
Das „elende Geschachere und Feilschen“ um Zahlen, Kontingente, Lastenverteilung und Einreisemodalitäten sei ein beschämendes und erbärmliches Schauspiel. Ginge es wirklich um „Humanität“, dann müßten angesichts der Dimension der Vertreibung, der überfüllten Flüchtlingslager und der Überforderung der angranzenden Länder Albanien und Mazedonien weit mehr Flüchtlinge aus dem Kosovo in Deutschland und Europa in Sicherheit gebracht werden. Auch Flüchtlinge aus der Bundesrepublik Jugoslawien, Kriegsdienstverweigerer und Deserteure sowie Angehörige der Roma und anderer ethnischer Minderheiten müßten Aufnahme finden
Kauffmann appellierte eindringlich an die Regierungen des Westens und an die NATO, dlen Bombenkrieg zu beenden und „in den Rechtsrahmen des Völkerrechts unter dem Dach der UN“ zurückzukehren.
,Die Lehre des 2. Wettkrieges, der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft und von Auschwitz hat 1945 zur Gründung der Vereinten Nationen geführt, um ein für alle mal ein ziviles Instrument zu schaffen, damit sich diese Greuel und Verbrechen niemals wiederholen“, erklärte Kauffmann.
Die UN, die Menschentechtsdeklaration und alle Menschenrechtskonventionen seien die gemeinsame Antwort der Staatengemeinschaft auf das Grauen und die Barbarei in diesem Jahrhundert. Sie seien der Versuch, „einen Rückfall uinmöglich zu machen, das Ungeheuerliche bewußt zu halten und Instrumente zu schaffen, Europa und allen Staaten der Welt einen verbindlichen Rechtsrahmen und gegenseitig akzeptierte Regeln zur Lösung von Konflikten, zur Erhaltung des Friedens und zur Wahrung der Menschenrechte zu gebe, so Kauffmalin weiter.
Über Krieg und Bombardements führe kein Weg zum Frieden und zu den Menschenrechten: „Auch ein Krieg, der im Namen der ‚Humanität‘ oder zur ‚‚Verteidigung der Werte‘ geführt wird, zerstört und wirkt zerstörerisch auf das, was als Politik nachfolgt.“
Nach 6 Wochen Krieg – so Kauffmann abschließend – sei deutlich geworden: Krieg und Bombardements seien kein Mittel, um den verfolgten Menschen im Kosovo zu helfen.
Der 8. Mai sei ein gutes Datum für ein Ende der Gewalt im Kosovo und ein Ende der Bombardements durch die NATO.