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HERBERT LEUNINGER ::: ARCHIV PRO ASYL PRESSEERKLÄRUNG 1988 :::
22.12.1988

KINDER KEIN FRACHTGUT


„Kinder; die ohne Eltern aus Kriegs- und Krisengebieten kommen, bedürfen besonderer Zuwendung“, darauf macht die Flüchtlingsorganisation PRO ASYL zum Weihnachtsfest aufmerksam. Viele Eltern, die selbst nicht flüchten könnten, versuchten wenigstens ihre Kinder vor Verfolgung und Tod zu retten und schickten sie in westliche Länder. Sie hofften darauf, dass ihre Kinder dort wohlwollend aufgenommen, angemessen versorgt und bis zur gefahrlosen Rückkehr pädagogisch betreut würden.

Nach dem Haager Minderjährigen-Schutzabkommen und dem Jugendwohlfahrtsgesetz steht bei jeder behördlichen Entscheidung über solche Kinder deren Wohl an oberster Stelle.

„Dieses verbietet“, so Herbert Leuninger, Sprecher von PRO ASYL, „zu uns geflüchtete Kinder wie Frachtgut von einem Ort zum anderen zu verschieben, ihnen Schulbildung vorzuenthalten oder in überfüllten Jugendheimen unterzubringen.“

Schlimmes Beispiel solcher Entscheidungen sei die Nacht- und Nebelaktion der Behörden in Kronberg/Hessen gewesen. Dort wurden in den Tagen vor dem Weihnachtsfest 50 Kinder und Jugendliche innerhalb von drei Stunden und ohne Vorankündigung in Busse gesteckt und in andere Heime Hessens, Nordrhein-Westfalens und Bayerns gebracht.

„So darf man mit Kindern niemals umgehen“, meint Leuninger.


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