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Freitag, 8. September 2017
Ein Kämpfer für
Gerechtigkeit wird 85
Limburg. Herbert Leuninger, Pfarrer im Ruhestand und Mitbegründer der Menschenrechtsorganisation „Pro Asyl“, feiert heute seinen 85. Geburtstag. Der gebürtige Kölner, Neffe des NS-Widerstandskämpfers Franz Leuninger, wuchs in Mengerskirchen auf. Am 8. Dezember 1958 wurde er in Limburg zum Priester geweiht. Nach Stationen in Frankfurt und Oberlahnstein war Herbert Leuninger Ende der 1960er Jahre Pfarrer in Kriftel, von 1970 an Jugendpfarrer und Bezirksvikar im Bezirk Main-Taunus. 20 Jahre lang, von 1972 bis 1992, war der Geistliche Referent für Ausländerarbeit und gründete mit weiteren Mitstreitern die Menschenrechtsorganisation „Pro Asyl“. Des Weiteren arbeitete Leuninger als Seelsorger im Krankenhaus und bis zu seinem Ruhestand im Mai 2000 im Altenheim Maria Elisabeth in Hofheim. Heute lebt Herbert Leuninger in Limburg.

Herbert Leuninger,
Pfarrer i. R.
und Kämpfer für
die Rechte von
Flüchtlingen.
Foto: privat
Die Familiengeschichte war für Herbert Leuninger prägend: Sein Onkel Franz wurde als aktiver Widerstandskämpfer gegen das Regime der Nationalsozialisten im Februar 1945 hingerichtet. Herbert Leuninger sah sein Engagement für Flüchtlinge und andere benachteiligte Menschen unserer Gesellschaft in der Tradition seines Onkels. „Die kirchliche Prägung und die damit verbundene Ablehnung der Diktatur hat mich sehr sensibel gemacht für Menschen, die aus einer Situation des totalitären Systems und einer Diktatur als Flüchtling nach Deutschland kamen“, sagte Herbert Leuninger im Jahr 2015, als die Flüchtlingsstöme Richtung Europa einen ihrer ersten Höhepunkte erreicht hatten. Leuninger bezeichnete damals das große Gefälle zwischen Arm und Reich in der Welt als ständigen Unruhestifter und Konfliktstoff. „Insgesamt muss noch das Bewusstsein wachsen, eine Welt zu sein“, gab Leuninger vor zwei Jahren im Gespräch mit der NNP als Ziel vor. red
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