Generic selectors
Nur exakte Ergenisse
Suchen in Titel
Suche in Inhalt
Post Type Selectors
HERBERT LEUNINGER ::: ARCHIV PRÄSENTATION 2004 :::

1990 BBC-Film DER MARSCH

Europa ohne Flüchtlige?
„Wir sind arm, weil Ihr reich seid!“

  • DER MARSCH war 1990 von der BBC für die europaweite Kampagne „Eine Welt“ für alle gedreht worden. PRO ASYL hatte sich gegen die Ausstrahlung des Films ausgesprochen in der Sorge, er könnte das Asylklima noch weiter verschlechtern.
  • Der Film wurde gesendet, als die italienische Regierung Heer und Marine einzusetzen gedachte, um sogenannte illegale Einwanderer, gerade aus Afrika, zu verhindern.
  • Die Bundesregierung bemühte sich damals darum, europaweit die Abschottung gegen Flüchtlinge aus der südlichen Hemisphäre zu erreichen.

1990 BBC-Film DER MARSCH

Issa el Mahdi

  • Wegen der seit 7 Jahren anhaltenden Dürre haben ca. 1 Million Menschen im Sudan ihre Dörfer verlassen und Zuflucht in den UN-Flüchtlingscamps gesucht.
  • Steigende Getreidepreise und der Massenzustrom der letzten Monate führten dazu, dass eine Familie mit der wöchentlichen Getreideration mittlerweile einen Monat auskommen musste.
  • Verzweifelt hat schließlich eine Gruppe von knapp 100 Menschen, darunter Frauen, Kinder und Alte, das Lager verlassen, um anderswo eine Überlebenschance zu finden.
  • Wider Erwarten haben die Hungerflüchtlinge aus den UN-Camps Kufra erreicht. Immer mehr Menschen schließen sich an.
  • Ihr begnadeter Führer, Issa el Mahdi, gibt aber ein noch viel größeres Ziel an. Nach Europa! Wir haben keine Macht außer der zu entscheiden, wo wir sterben wollen. Alles, was wir verlangen, ist: Seht uns sterben!
  • Seitdem die libysche Regierung el Mahdi ihre volle Unterstützung zugesagt hat, schließen sich ihm täglich mehr Menschen an.
  • Der Marsch erreicht In-Salah. Er ist auf ca. 200.000 Menschen angewachsen. Weiterer Zustrom ist zu erwarten.
  • Die Meerenge von Gibraltar! Lokale Schiffseigner stellen in Tanger Boote zur Verfügung, mit der 30.000 Menschen übersetzen können. Die am Ufer wartende Menge ist auf zwei Millionen angewachsen.
  • Europa ist gespalten
  • Die Entwicklungskommissarin der EG Clare Fitzgerald votiert für humanitäre Lösungen.
  • Für die EU-Kommission ist der Marsch ein berechneter Versuch, die Einwanderungsgesetze zu durchbrechen.
  • Das Szenario gipfelt in einem politisch-militärischen High Noon.
  • Die Wirkung des Films blieb damals sehr begrenzt. Sowohl die Medienstrategen, nach denen dieser Film ähnlich aufrütteln sollte wie seinerzeit der Holocaust Film, wie auch PRO ASYL hatten seine Bedeutung wohl überschätzt.

(Ende)


Nach oben