Goldenes Priesterjubiläum
Feier am 7. Dezember 2008 in Hofheim
Dank junger Eritreer
Am Vorabend des 50. Jahrestages der Priesterweihe von H. Leuninger fand in Hofheim a.Ts. in der katholischen Kirche St. Peter und Paul ein Festgottesdienst statt, an dem u.a. die ehemaligen Flüchtlingsfamilien aus Eritrea aus dem Raum Hofheim teilnahmen. Sie hatten auch die Gestaltung des anschließenden Festes im Gemeindezentrum übernommen. Bei dieser Gelegenheit bedankten sich die jungen Erwachsenen, die als Kinder nach Deutschland gekommen waren, auf sehr charmante Weise für die Gemeinschaft, die sie durch die Hofheimer Pax-Christi-Gruppe erlebt hatten.
- Dankerede
- Dankelied
- Jubiläums Feier 2008 Foto-Serie
- Kinder-Fotos aus den Familien-Alben Foto-Serie
Fotos: Adolis, Merhawi, Naziret, Rachel und Raymok
DANKESREDE
für Herbert Leuninger zum 50. Jubiläum seiner Priesterweihe (08.12.1958)
Lieber Herbert,
wir möchten diesen besonderen Tag heute, Deinen 50. Jahrestag zur Priesterweihe, als Anlass nehmen, um Dir im Namen aller „Flüchtlinge“ für Deine „Menschlichkeit“ zu danken.
Die jungen Leute mit der nächsten Generation
Wie den meisten hier im Saal bekannt ist, hast Du Dich in den letzten Jahren, oder besser gesagt „Jahrzehnten“, insbesondere mit der Integration von Flüchtlingen beschäftigt und wie man uns hier alle beispielhaft sieht, ist Dir das auch wunderbar gelungen.
Babysitter mit Binjam
Deinen Standpunkt, den Du immer wieder lautstark vertrittst, dass jeder Mensch das Recht hat, woanders außerhalb seiner Heimat aufgenommen zu werden, durften wir leibhaftig spüren und für die herzliche Aufnahme hier in Deutschland danken wir Dir.
Dein besonderes Engagement, beispielsweise der fast 2-wöchige Hungerstreik als Protest gegen die Unterbringung von Flüchtlingen in Zelten, zeigte eindeutig, dass wir Dir wichtiger als Deine eigene Gesundheit sind.
Auch durch Deine öffentlichen Stellungnahmen gegen rechtsradikale Übergriffe hast Du Dich für uns Flüchtlinge selbst in eine gefährliche Lage gebracht und hast um Dein Leben bangen müssen. Für all dies können wir keine Worte finden, um unsere Dankbarkeit zu zeigen. Die meisten von uns waren damals in der Hessischen Gemeinschaftsunterkunft (HGU) in Schwalbach in einer Notlage und einer äußerst unangenehmen Situation.
Wir hatten keine andere Wahl, wir konnten nicht in unserer Heimat bleiben, deshalb waren wir als Flüchtlinge in einem fremden Land, in einer fremden Kultur und dazu noch alles in einer fremden Sprache. Einfach alles war fremd, doch die anfangs fremden Menschen, die Pax-Christi-Mitglieder, sind heute unsere Freunde.
Mitglieder von PAX CHRISTI
Ihr wart in dieser schwierigen Zeit für uns da. Wir erinnern uns an die ökumenischen Gottesdienste, die das etwas abgeschottete Leben in dem Flüchtlingslager erfreulicher gemacht haben und uns haben Hoffnung auf Besserung spüren lassen.
Hartwig (PAX CHRISTI) mit Naziret
Euch möchten wir ganz herzlich für Eure tatkräftige Unterstützung danken. Dafür, dass Ihr uns in allen Bereichen geholfen habt, so dass wir uns in einem einst fremden Land heute wie „zu Hause“ fühlen. Angefangen mit den Übersetzungen bei den üblichen Behördengängen, Arztbesuchen bis hin zu Einkäufen.
Selbst bei der Wohnungssuche wart Ihr hilfsbereit. Was für uns das Schönste ist, dass der Kontakt, nachdem wir das Flüchtlingslager verlassen und in anderen Orten leben konnten, nicht verloren gegangen ist.
Ohne Euer Engagement hätten wir nicht die Möglichkeit gehabt, eine Kindheit wie andere deutsche Kinder zu erleben. Wir danken Euch für die Errichtung des muttersprachlichen Unterrichts, der mit viel Organisation und Mühe von Eurer Seite ermöglicht wurde.
Die zahlreichen Grillfeste, Ferienausflüge in den Schwarzwald, Odenwald und sogar eine Schiffsfahrt habt Ihr mit uns unternommen. Die vielen Feiern von Ostern über Faschingsfeste bis Weihnachten sind mit so vielen schönen Erinnerungen verbunden.
Ihr wart für uns von damals bis heute mehr als Helfer und Freunde, vielmehr habt Ihr uns die Geborgenheit einer riesengroßen Familie gegeben und deshalb haben wir Euch alle lieb gewonnen.
Und für einige von uns, lieber Herbert, bist Du auch deshalb unser „deutscher Opa“!
Der Opa mit Raymok, Adolis und Naziret (v.l.)
In dem Sinne noch ein Zitat eines griechischen Philosophen:
„Wenn die Sonne nicht auf Lob und Bitten wartet, um aufzugehen, sondern eben leuchtet und von der ganzen Welt begrüßt wird, so darfst auch du weder Schmeichelei noch Beifall brauchen, um Gutes zu tun. Aus dir heraus musst du es tun: Dann wirst du wie die Sonne geliebt werden.“
Adolis bei ihrem Vortrag
Wir möchten zum Schluss noch gemeinsam ein Lied singen und haben dafür eine Melodie ausgesucht, die wir damals gemeinsam bei Erntedankfesten gesungen haben und somit bei vielen von uns schöne Kindheitserinnerungen wecken.
DANKLIED
Melodie
Danke für diesen schönen Abend
Danke für jeden neuen Tag.
Danke Oh Herbert wir woll’n danken,
dass Du bei uns bist.
Danke für die Urlaubsfahrten
Danke für den Vogelsberg
Danke für den Schwarzwald, Odenwald
und noch viel mehr.
„Opa“ ist glücklich mit seinen „Enkeln“
Danke für den Sprachunterricht
Danke für die Tigrinya Stunden
Danke, dass wir auch samstags lernen durften
nur durch Euch. Danke für jeden guten Rat
Danke für jedes Lächeln
Danke, dass ich all meine Sorgen mit Dir
teilen darf.Danke für diese viele Zeit
Danke, dass Du sie mit mir teilst
Danke, dass Du bei uns stehst, egal wo
wir jetzt sind.
Das eritreische Büfett ist eröffnet
(ANMERKUNG: Einige Fotos der Serie sind irreparabel beschädigt. Diese wurden durch die zum Teil noch vorhandenen Thumbmail-Bildern ergänzt.)
Raymok überreicht Herbert das Gästebuch von der Feier mit den Fotos ca. 20 Jahre später
Foto-Serie: Kinder-Fotos aus den Familien-Alben
Naziret überreicht Herbert das Album mit den Kinder-Fotos aus den Familien-Alben
Foto-Serie: Jubiläums Feier 2008
Fotos: Adolis, Merhawi, Naziret, Rachel und Raymok










