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PRO ASYL Presseerklärung | Press Release

10.11.1989

Christlich-Soziale Schauermär:
Wohnungsnot Asylbewerbern angelastet

siehe auch: Bayerns Regierungschef zur Wohnungsnot – Streibl: ASYLANTEN AN PROBLEMEN SCHULD (Nürnberger Nachrichten vom 9.11.1989)

Einen Realitätsverlust mit verheerenden Folgen für wehrlose Menschen sieht die Arbeitsgemeinschaft für Flüchtlinge „Pro Asyl“ in den Äußerungen des bayerischen Ministerpräsidenten Max Streibl (CSU), die Asylbewerber seien schuld am Wohnraummangel in der Bundesrepublik. „Asylbewerber werden zwangsweise in Wohnheimen und Unterkünften untergebracht und sind damit keine Konkurrenten auf dem zusammengebrochenen Wohnungsmarkt“, sagt „Pro Asyl“-Sprecher Herbert Leuninger. Sie trügen nicht im geringsten die Verantwortung dafür, daß der soziale Wohnungsbau zum Erliegen gekommen sei und die Volkszählung noch vor der neuen Einwanderung aus Osteuropa und der DDR eine Million fehlender Wohnungen festgestellt habe. Wenn Bayerns Ministerpräsident angesichts des Kommens von einer halben oder vielleicht ganzen Million von Übersiedlern und Aussiedlern, die Wohnungen suchten, die Flüchtlinge für fehlenden Wohnraum verantwortlich mache, lenke er politisches Versagen auf die derzeit schwächste Minderheit ab. „Streibl macht die Flüchtlinge zu den Sündenböcken des Jahres 1989“, sagt Herbert Leuninger von „Pro Asyl“. Damit steigere er den in gewissen Teilen der Bevölkerung vorhandenen Haß auf Asylbewerber und ziehe die Verantwortung für alle zu befürchtenden Angriffe gegen Flüchtlingswohnheime auf sich.


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