Aus dem Bericht an den Bischof
Fotos mit Text
Ressourcen: Auszug aus dem verhinderten Buch „Das Hofheimer Mess-Festival“
Gegen 14.00 Uhr füllte sich die Bonifatiuskirche mit überwiegend 15- bis 20-jährigen Jugendlichen. Die Zählung ergab 650 jugendliche Teilnehmer. Sie blieben so gut wie vollzählig bis nach der Agape (gegen 19.00 Uhr).

Die Gruppe LES OISEAUX beim Stimmen
Foto: Christoph Müllerleile
Die Musikgruppen waren über den Kirchenraum verteilt placiert: Zwei Gruppen hinten in der Kirche, eine Gruppe in einer Ecke vorn, der Jugendchor im Altarraum.
Beteiligte Musikgruppen:
LES OISEAUX, Bad Homburg
EXODUS, Kelkheim
ST. GEORGE GOSPEL GROUP, Rüsselsheim
JUGENDCHOR KELKHEIM

Die Gruppe EXODUS, Kelkheim
Foto: Christoph Müllerleile
Die Texte der Lieder und Gesänge waren nicht von der Art eines billigen „linken“ Protestes, sondern drückten die Problematik der heutigen Glaubensnot aus, die sich insbesondere in der jungen Generation zeigt. Sie regten zum Nachdenken an.

Studienassessor Wolfgang Biersack leitet den Kelkheimer Jugendchor
Foto: Christoph Müllerleile
Der „Zelebrant“:
Er trug dezente Zivilkleidung ohne jedes Amtszeichen. Er machte einen überzeugenden Eindruck, stand hinter dem, was er sagte und tat. Sein Auftreten war bestimmt, aber bescheiden; er erlag nicht der Versuchung, bei dieser Veranstaltung in die Attitüde eines Showmasters zu verfallen. Als Leiter der Versammlung gelang es ihm sehr bald, eine natürliche Autorität zu entfalten, die ihn in die Lage setzte, die große Menge in dieser bewegten Veranstaltung immer wieder zu sammeln.

Herbert Leuninger (39), kath. Jugendpfarrer des Bezirks Main-Taunus
Foto: Christoph Müllerleile
Von Anfang an herrschte eine Atmosphäre der Lebendigkeit und Ungezwungenheit; es wurde applaudiert, herzlich gelacht, geraucht; viele wechselten öfters den Platz. Dadurch machte das Ganze häufig einen zerrissenen und unruhigen Eindruck. Die Teilnehmer boten insgesamt keineswegs das Bild einer homogenen Versammlung.

Jugendliche und junge Erwachsene als TeilnehmerInnen
Foto: Christoph Müllerleile
Die Jugendlichen zeigten sich in einer Haltung, die ihnen selbstverständlich erschien; sie gaben sich ungezwungen, aber nicht bewußt unflätig, zeigten kein provokatives Benehmen, fühlten sich vielmehr wohl und unter sich.

Johannes Borgetto vom Vorbereitungsteam und H. Leuninger bei einer Diskussion
Foto: Christoph Müllerleile
Man vernahm keine Gesprächsbeiträge, die platt, unernsthaft oder intolerant gewesen wären. Dagegen zeugte eine Reihe von Wortmeldungen Jugendlicher von Engagement für den Gottesdienst und Gläubigkeit (sinngemäß etwa: die Musik soll nach unserer Auffassung eine dienende Funktion haben, damit sie uns hilft, den heutigen Jugendlichen oft verborgenen Sinn der Eucharistiefeier zu erfassen, nämlich die Identifikation mit Christus).

Johannes Borgetto, Student der Theologie, als Diskussionsleiter
Foto: Christoph Müllerleile
Nach den ersten drei Stunden der Veranstaltung befürchten Mitglieder des Vorbereitungsteams, dass die Teilnehmer in eine passive Konsumhaltung verfallen könnten. Bei einer nachfolgenden Diskussion zeigte es sich aber, dass dies nicht der Fall war.

Zum Vorbereitungsteam gehörte auch Michael Wittekind (lks.)
Foto: Christoph Müllerleile
Es wurde zu einer Kollekte für die gemeinsame Agape am Abend aufgerufen. Sie erbrachte etwa 750,- DM, knapp 150,- DM – mehr als benötigt wurde. Aufgrund von Vorschlägen aus der Gemeinde entschied man sich in gemeinsamer Abstimmung für eine zweite Kollekte und die Aufteilung des Ergebnisses von weiteren 450,- DM (!) zu gleichen Teilen für ein Heim körperbehinderter Kinder im Taunus und für die Katastrophenhilfe in Ostpakistan.

Johannes Borgetto als Diskussionsleiter
Foto: Christoph Müllerleile
Zur Bereitung der Gaben wurden die inzwischen von der Kollekte gekauften Getränke und (eckigen) Brote für die Agape am Abend in Kästen neben dem Altar aufgestellt. Für das eucharistische Brot wurden runde, in Scheiben geschnittene Weißbrote in Körben, die mit Tüchern ausgeschlagen waren, zum Altar gebracht.

Die Abendmahlsfeier begann mit der Bereitung der Gaben
Foto: Christoph Müllerleile
Auf dem Altar standen eine Schale mit diesem (Weiss-) Brot und ein Meßkelch. Als Hochgebet wurde ein eigens formulierter Text durch den Zelebranten vorgetragen. Der erste Teil des Einsetzungsberichtes schloß mit den Worten: „Hier ist mein Leib“.

Das Hessische Fernsehen sendete einen Bericht über das Mess-Festival
Foto: Christoph Müllerleile
Vom Einsetzungsbericht (des Abendmahles) bis zur Kommunion war eine deutliche Konzentration (der Jugendlichen) zu vermerken, wobei offen zu lassen ist, ob aus Toleranz oder innerer glaubender Teilnahme.

Der Kelch wird erhoben in Erinnerung an das Tun Jesu Christi
Foto: Christoph Müllerleile
Kommuniontext:
Das Brot, das nun verteilt wird, soll uns noch stärker untereinander verbinden. Christus hat für uns sein Leben aufs Spiel gesetzt.
Er erwartet jetzt von uns, daß wir bereit sind, für andere zu leben.
Wer dazu bereit ist,
wer bereit ist, Vorurteile zu überwinden,
Vorurteile des Geschlechtes, der Generationen, des Lebensalters, der politischen Einstellung, der Bildung und religiösen Herkunft,
der nehme von diesem Brot…

Pfr. Lappas von Okriftel hilft bei der Austeilung des Abendmahlbrotes
Foto: Christoph Müllerleile
Kommuniontext:
Wer alle Menschen in ihrer Verschiedenheit gelten läßt und überzeugt ist, daß alle Menschen eins sein können,
wer dem Frieden, den Christus in Aussicht gestellt hat, dienen will,
wer sich selbst mit Christus für die Gemeinschaft aller Menschen einsetzen will, für das Fest der Neuen Gesellschaft, ist herzlich eingeladen, mitzuessen

Ein Mitglied der Bonifatius-Gemeinde reicht den Korb weiter
Foto: Christoph Müllerleile
Von Beginn bis nach der abendlichen Agape gab es im Kirchenraum keinen Fall der Empörung durch Erwachsene oder Auseinandersetzung mit ihnen. Daher lag die Forderung einer Rücksichtnahme auf Ehrfurchtsvorstellungen der anwesenden Erwachsenen nicht im Blickfeld der Jugendlichen.

Würstchen, Erfrischungsgetränke und Toastbrot werden zur Agape gereicht
Foto: Christoph Müllerleile