Generic selectors
Nur exakte Ergenisse
Suchen in Titel
Suche in Inhalt
Post Type Selectors
HERBERT LEUNINGER ::: ARCHIV ASYL 2001 :::

Main-Taunus-Kreis
25. Januar 2001

568 Personen ein neues Zuhause vermittelt

Ökumenische Wohnhilfe im Taunus feiert zehnjähriges Bestehen
Kreis erhöht Zuschuss auf 75.000 Mark

Von Niels Barnhofer

Zehn Jahre besteht die Ökumenische Wohnhilfe im Taunus nun. Seit die Organisation am 23. Januar 1991 gegründet wurde, hat sie vielen hilfsbedürftigen Personen ein neues Zuhause vermittelt. Die Jubiläumsfeier nutzten daher die Verantwortlichen, um auf ihre Arbeit zurückzublicken, und zahlreiche Honoratioren, um deren Verdienste zu loben.

ESCHBORN. Nur das Beste wussten Politiker aus Kommunen und Kreis zu berichten. Voll des Lobes waren die Vertreter der evangelischen wie der katholischen Kirche. Zum Jubiläum attestierten sie der Ökumenischen Wohnhilfe im Taunus tolle Arbeit. Nette Worte haufenweise. Günter Adam hat es gefreut. Allerdings hätte es der Vorsitzende des Vereins viel lieber gehört, wenn von den Amtsträgern kräftigere Bekenntnisse gekommen wären. „Diese Feier hat nur einen Sinn, wenn sie dazu führt, dass wir in Zukunft stärker unterstützt werden“, sagte er.

Den Willen, künftig großzügiger Mittel bereitstellen zu wollen, ließen alle Redner in der Eschborner Kirchengemeinde Christ-König durchblicken. Ein Zeichen setzte indes nur Landrat Berthold Gall (CDU). Er überbrachte die Botschaft, dass der Zuschuss des Main-Taunus-Kreises für dieses Jahr von 25.000 auf 75.000 Mark erhöht wurde. Allerdings verband er diese Zusage mit einer Mahnung: „Es gibt zwar mehr Geld, dafür gelten aber auch neue Qualitätsmaßstäbe.“

Doch davor ist Adam nicht bange. An Arbeit mangelt es nicht. Die Zahlen belegen das: Seit 1991 haben sich insgesamt 1502 wohnungssuchende Haushalte an die Ökumenische Wohnhilfe gewandt. Dabei kam es zu 3745 Fachberatungen und Hausbesuchen, an dessen Ende 207 Haushalte oder 568 Personen vermittelt werden konnten. Doch schon morgen kann diese Bilanz veraltet sein. Denn durchschnittlich vermittelt die Organisation monatlich zwei Wohnungen.

Eine Leistung, die nicht ohne weiteres aufrecht zu erhalten sei, sagt Adam. Die finanzielle Basis erweise sich als nicht stabil. Rund ein Drittel des Etats, der 1999 bei rund 135.000 Mark lag, werde über Spenden abgedeckt. Ein nicht kalkulierbares Risiko. Auch wenn die Verantwortlichen seit zehn Jahren auf diesem Fundament bauen – damit zu leben, daran können sie sich nur schwer gewöhnen.

Bereits bei der Gründung des Vereins herrschte Unwissenheit darüber, wie das Unternehmen gestemmt werden könnte. Der Zufall wollte es damals, dass dank einer Erbschaft in Höhe von 100.000 Mark das Startkapital auf einmal in der Kasse lag. Als erstes stiegen dann das Bistum Limburg und der Main-Taunus-Kreis mit Zuschüssen ein. Nach und nach wuchs daraufhin das Personal. Heute sind Marcus Krüger als Geschäftsführer, Werner Bender als Sozialarbeiter und Dieter Hermenau als Wohnungsvermittler fest angestellt. Eine Erfolgsgeschichte, die allerdings nicht geradlinig verlief. Aufgrund von Einsparmaßnahmen im kommunalen Haushalt und rückgängigen Spenden, kriselte es 1997 bei der Ökumenischen Wohnhilfe. Doch durch die Eröffnung des Sozialbüros Main-Taunus 1998 wurden nicht nur aufkeimende Probleme erstickt, sondern eine bessere Klientenbetreuung erzielt. Durch die dort geschaffene Vernetzung mit anderen Hilfsorganisationen sei mittlerweile eine Rundumversorgung für Hilfesuchende gewährleistet.


Therese und Wilhelm Muller (Müller)
USA/Mengerskirchen

Therese (mit Blumen) und ihr Mann Wilhelm Muller (Müller) nach ihrer Ankunft aus den Vereinigten Staaten im Jahre 1954 auf dem Flughhafen Rhein-Main in Frankfurt/Main im Kreise von Angehörigen (u.a. Schwester Susanne (l.). (s. Gesamtbild mit Bruder Wilhelm, der in Uniform die Besucher direkt an der Maschine begrüßen konnte.)

Therese war seit 1950 mehr als zehn Mal zu Besuch in Mengerskirchen und wohnte dort jeweils bei ihrer Schwester Elisabeth und deren Mann Alois Leuninger. Sie und ihr Mann sind auch in Mengerskirchen beerdigt. Therese war die Tante von Johanna, Herbert und Ernst Leuninger. Aus ihrer Hinterlassenschaft stammt das Startkapital in Höhe von DM 100.000 für die Ökumenische Wohnhilfe im Taunus.

Therese (geb. Abel) stammte aus Mengerskirchen im Westerwald, ihr Mann Wilhelm aus der Nachbargemeinde Waldernbach. Wilhelm war während der großen Arbeitslosigkeit in Deutschland in den 30er Jahren nach Amerika ausgewandert und hatte dort Arbeit bei dem Autokonzern General Motors gefunden. 1932 heiratet er Therese, die ihm etwa zwei Jahre später in die USA (Tarrytown) folgte und als Friseuse Beschäftigung fand.

Nach dem 2. Weltkrieg unterstützte das kinderlose Ehepaar in hochherziger Weise die große Verwandtschaft in der Heimat. Zusätzliche Mittel für den beachtlichen finanziellen Aufwand erwarb sich Therese durch den Verkauf selbst gemalter Bilder.


Foto-Serie
1949: Der 90. Geburtstag von Alois Abel in Mengerskirchen, dem Vater von Therese Muller. Sie hat ihn seit ihrer Auswanderung nicht mehr gesehen. Er verstarb im Jahr darauf.
1950: Therese kommt erstmals nach Deutschland. Sie trifft sich hier mir ihrem Bruder Wilhelm und ihrer Nichte Johanna Leuninger.
1957: Therese feiert mit den noch lebenden Geschwistern ihren 50. Geburtstag in Mengerskirchen: (v. l.) Hanna, Wilhelm, Therese, Elisabeth, Susanne
1978: Nichte Johanna besucht ihre Tante Therese, die mittlerweile in Florida lebt, zum ersten Mal. Hier steht sie auf der Plattform des World Trade Center.
1978: Ausflug in die Karibik nach Nassau
(Neffe Ernst Leuninger war 3 Mal zu Besuch in Florida.)
1987: Johannas 5. und letzter Besuch zum 80. Geburtstag der Tante, die 1989 verstirbt. Sie wusste sich letztlich nicht zu entscheiden zwischen der alten und neuen Heimat.

Nach oben