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HERBERT LEUNINGER ::: ARCHIV PRO ASYL PRESSEERKLÄRUNG 1994 :::
23. Dezember 1994

„Christus als Illegaler“
Weihnachtsbotschaft: Appell für eine neue Flüchtlingspolitik


„Christus wäre in Deutschland als ‚Illegaler‘ zur Welt gekommen; die Heilige Familie wäre von Abschiebung bedroht.“ Mit diesen Worten kennzeichnete der Sprecher von PRO ASYL, Heiko Kauffmann, die wachsende Kluft zwischen dem Kern der christlichen Weihnachtsbotschaft und der Politik gegenüber Flüchtlingen und Minderheiten in Deutschland.

Die Weihnachtsgeschichte sei ein Appell, politisches, soziales und moralisches Handeln in Übereinstimmung zu bringen.

Die gegenwärtigen Politikstrategien gegenüber Flüchtlingen und gesellschaftlichen Randgruppen zielten jedoch darauf ab, Schutz und Zuflucht suchenden Menschen Hilfe zu verweigern und sie vom „goldenen Westen“ fernzuhalten. Dieser verdanke aber seinen Reichtum der Not der Armen in aller Welt und produziere durch seine Verschwendungssucht und Waffenexporte selbst immer mehr Fluchtgründe.

Es sei ein Akt der politischen Verrohung, so Kauffmann weiter, daß immer mehr Menschen durch eine von christlichen Politikern zu verantwortende Praxis zu „Illegalen“ gemacht würden. Selbst unbegleitete Flüchtlingskinder seien von medizinischer Versorgung, Schulunterricht und sozialen Diensten ausgeschlossen. Viele kämen sogar in Abschiebehaft.

„Ein Leben in Würde – wie es das Grundgesetz garantiert – kann nur gelebt werden, wenn Würdelosigkeit, Unbarmherzigkeit und zunehmende Verrohung nicht weiter staatlich toleriert werden“, sagte Kauffmann.

Viele Bürgerinnen und Bürger hätten dies erkannt und sich an Aktionen wie „Gewissen läßt sich nicht einfach abschieben“ beteiligt. Kauffmann rief dazu auf, auch im neuen Jahr mit Zivilcourage und konkreten Aktionen gegen Abschiebungen, Inhaftierungen und die unwürdige Behandlung von Menschen gemeinsam Zeichen der Hoffnung und Solidarität zu setzen.

„Die Weihnachtsbotschaft ‚Friede auf Erden‘ ist keine trügerische Idylle für drei Tage, sondern ein dauerhaftes Handlungskonzept für die Schaffung humaner Lebensverhältnisse für alle Menschen!“, so Heiko Kauffmann abschließend.


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